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In dieser Folge der Christ Study Hour tauchen wir tief in das Thema „Glauben haben“ ein. Erfahre, wie du deinen Glauben stärken und auf Gott vertrauen kannst, selbst wenn die Umstände schwierig erscheinen, inspiriert von beeindruckenden Beispielen wie dem von Georg Müller. Lass dich ermutigen, Gottes Wort zu studieren und die Botschaft des ewigen Evangeliums weiterzugeben.


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Serie: CSH 2026 Q2: Im Glauben wachsen

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Transkript

[0:32] Hallo und ein herzliches Willkommen zur Chrystudy Hour hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid zur achten Folge der CSH Serie Im Glauben wachsen. Wir haben bereits sieben Themen gemeinsam studiert und heute bereiten wir uns auf das Bibelgespräch am 23. Mai vor. Dabei geht es um das spannende Thema Glauben haben. Lasst uns gemeinsam die Bibel lesen, hören und bewahren, was in Gottes Wort geschrieben steht. Denn die Zeit ist nahe. Doch bevor wir das tun, wollen wir wie gewohnt Gott einladen, dass er uns führt und seinen Heiligen Geist schenkt und uns in aller Wahrheit leitet. Wollen gemeinsam beten.

[1:18] Herr Jesus Christus, unser Herr und Gott, wir loben und preisen dich, danken dir von Herzen für die Möglichkeit, die du uns auch heute wieder schenkst, dass wir in deinem Wort, Herr, lesen dürfen, es verstehen dürfen, aber es auch aufnehmen dürfen, Herr. Im Johannesevangelium heißt das: "Und das Wort wurde Fleisch und wohnte mitten unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes, voller Wahrheit und Gnade." Ich möchte dich bitten, Herr, dass dein Wort jetzt auch in uns Fleisch werden lässt, dass wir lebendig werden, dass wir mit dieser Botschaft nicht für uns behalten, sondern hinausgehen und den Menschen von dem ewigen Evangelium verkündigen, auf dass sie die guten Werke sehen und dich dafür im Himmel preisen. Das bitten wir dich, loben und preisen dich und danken dir, dass du es jetzt schon getan hast in deinen Namen. Amen.

[2:14] Georg Müller erlebte von 1805 bis 1898. Er leitete ein Weißenhaus in England und versorgte tausende Kinder, ohne jemals Menschen direkt um Geld zu bitten. Er lebte davon, Gott im Gebet zu vertrauen, ohne äußerliche Absicherungen oder sichtbare Zeichen.

[2:38] Eines Morgens standen über 300 Kinder im Speisesaal. Es gab kein Essen im Haus, kein Geld, keine Vorräte. Die Mitarbeiter, die waren nervös, die Kinder warteten und waren hungrig. Müller sagte nur: "Wir danken Gott für das, was er uns geben wird." Dann betete er ruhig, ohne Hektik, ohne sichtbare Lösung. Kurz danach klopfte es an der Tür. Ein Bäcker stand davor und sagte: "Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Ich habe den Eindruck, ich soll Brot für die Weißen backen." Wenige Minuten später kam ein Milchwagen vorbei, dessen Rad gebrochen war. Der Fahrer bot die gesamte Milch an, damit sie nicht verdirbt. Die Kinder bekamen mehr als genug zu essen. Müller sagte später: "Ich habe gelernt, dass Gott nicht zu spät kommt, aber auch nicht immer so, so wie wir es erwarten."

[3:45] Diese Geschichte zeigt uns eindrücklich, wie Vertrauen entstehen kann, wenn Menschen lernen, auf Gottes Vorsorgen zu bauen, auch ohne vorher ein sichtbares Zeichen zu haben. Und genau hier setzt unser erstes Thema an. Was passiert, wenn Menschen nicht glauben wollen, obwohl sie bereits genug Zeichen gesehen haben und trotzdem immer wieder ein Zeichen verlangen?

[4:12] Dazu schauen wir jetzt gemeinsam in Markus Kapitel 8, dort die Verse 11 bis 12 unter dem Thema: Gib mir einfach nur ein Zeichen.

[4:23] Da heißt es Markus 8, 11 bis 12: "Und die Pharisäer kamen heraus und fingen an mit ihm zu streiten. Also mit Jesus im Kontext, versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Und er seufzte in seinem Geist und sprach: 'Was fordert doch dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch, es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden.'"

[4:51] Es ist interessant, obwohl sie schon viele Zeichen gesehen haben, sagt Jesus: "Was fordert ihr weiter ein Zeichen?" In Markus 8, 11 bis 12 begegnen wir einer geistlichen Haltung. Es waren die Pharisäer, es waren die Schriftgelehrten, es war eine geistliche Haltung. Sie wussten eigentlich, wer Gott ist. Eine geistliche Haltung, die nicht aus ehrlichem Glaubenssuchen entsteht, sondern aus einer inneren Distanz zu Gott, die sich hinter religiöser Aktivität verbirgt.

[5:23] Die Pharisäer fordern ein Zeichen vom Himmel, obwohl sie bereits zahlreiche Wunder Jesu erlebt haben. Ich habe mal einige Beispiele aufgeschrieben im selben Evangelium. Markus Kapitel 2, dort die Verse 1 bis 12, da geht es um die Heilung eines Gelähmten. Schriftgelehrte waren anwesend. Markus 3, 1 bis 6, Heilung am Sabbat, bewusst vor den Pharisäern. Markus weiter Kapitel 3, die Verse 7 bis 12, viele Heilungen und Dämonenaustreibungen, öffentlich sichtbar. Auch Markus Kapitel 6, 30 bis 44, Speisung von 5000 und Kapitel 8, 1 bis 9, die Speisung von 4000. Es gibt noch mehrere Wunder, die Jesus getan hat. Ich wollte es jetzt hier mal nur beruhen lassen. Aber hier sieht man eindeutig, dass die Pharisäer und die Schriftgelehrten eindeutig viele Zeichen und Wunder gesehen haben. Und das zeigt uns, dass Unglaube nicht durch mangelnde Beweise entsteht, sondern durch ein verschlossenes Herz.

[6:25] Das Verhalten Jesu macht deutlich, dass ihre Anfrage keine offene Frage ist, sondern eine Prüfung, die Gott unter menschlicher Kontrolle stellen will. Und Jesu tiefes Seufzen, seine Reaktion offenbart den Schmerz Gottes über Menschen, vor allem auch noch über Menschen, die trotz Offenbarung nicht bereit sind, sich ihm anzuvertrauen.

[6:53] Die Weigerung Jesu, das ist dann die Folge, ein weiteres Zeichen, Zeichen zu geben, ist keine Lieblosigkeit, dass Jesus jetzt sagen würde: "Ich liebe euch nicht, deswegen mache ich es nicht." Nein, sondern ein geistliches Prinzip. Glaube kann nicht erzwungen werden durch äußere Sensationen.

[7:12] Diese Stelle zeigt auch, dass das Verlangen nach spektakulären Bestätigungen oft eine Vermeidung echter Hingabe ist. Manchmal wollen wir hier etwas Wunderbares sehen, etwas Gigantisches, aber uns hingeben, das wollen wir nicht.

[7:31] Der biblische Glaube basiert nicht auf immer neuen Beweisen, sondern auf dem Vertrauen, das bereits offenbarte Wesen Gottes. Und die Forderungen nach Zeichen wird hier zu einem Spiegel für die Herzenshaltung der Menschen gegenüber Gott.

[7:53] Jesus macht deutlich, dass es eine Grenze gibt, an dem der weitere Zeichen nicht mehr zu Umkehr führen, sondern nur die Verantwortung des Menschen erhöhen. Somit lehrt auch dieser Text, dass echter Glaube dort beginnt, wo der Mensch aufhört, Bedingungen zu stellen. Das ist ja das, was die Pharisäer getan haben. Sie wollten ein Zeichen von ihm und fangen an, sich Gott an zu vertrauen.

[8:34] Gibt es vielleicht auch Momente in deinem Leben, in denen du dir wünschst, Gott würde dir ein klares Zeichen geben, damit du endlich Sicherheit bekommst und nicht länger im Ungewissen bleibst? Dieses Verlangen ist zutiefst auch menschlich, denn gerade in unsicheren Situationen sucht dein Herz nach Halt und Orientierung.

[8:58] Doch dieser Bibeltext zeigt dir, dass Glaube nicht dadurch wächst, dass Gott immer neue Beweise liefert, sondern dadurch, dass du lernst, ihm auch ohne sichtbare Bestätigung zu vertrauen. Vielleicht kennst du den Gedanken: "Gott, wenn du wirklich da bist, dann zeig es mir." Und genau dort beginnt ein innerer Weg, der dich von Bedingungen hin zur echten Vertrauen führen will. Gott lässt dich in solchen Momenten nicht allein, das kannst du mir glauben, sondern lädt dich ein, ihn nicht nur wegen seiner Antwort zu suchen, sondern wegen seiner Person. Und das ist ein Unterschied.

[9:46] Und genau in diesem Schritt, wenn du beginnst auch ohne Zeichen zu vertrauen, entsteht ein Glaube. Und ein Vertrauen kann man auch so übersetzen, der tiefer geht und dich wirklich trägt.

[10:05] Wo in deinem Leben forderst du oder fordere ich von Gott Beweise, und zwar jeden Tag vielleicht, anstatt ihm zu vertrauen? Welche Erfahrung habe ich vielleicht bereits mit Gott gemacht, die ich vielleicht übersehe oder vielleicht auch sogar geringachte? Und bin ich auch vielleicht bereit, Gott auch dann zu vertrauen, wenn ich keine sofortige Antwort oder kein klares Zeichen bekomme, so wie Georg Müller zum Beispiel?

[10:45] Während die Pharisäer trotz vieler Zeichen nicht glauben wollten, sehen wir im nächsten Abschnitt etwas ganz Entscheidendes. Jesus sieht unseren Glauben, selbst dann, wenn er schwach, unsicher oder von Angst geprägt ist. Lasst uns den nächsten Abschnitt lesen.

[11:10] Jesus sieht unseren Glauben in Markus Kapitel 4 und dort Vers 40. Da heißt es: "Und er sprach zu ihnen, also Jesus: 'Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?'"

[11:28] In Markus 4:40 zeigt Jesus mitten im Sturm auf dem See, nachdem die Jünger in Todesangst geraten sind, obwohl er selbst im Boot gegenwärtig war. Die Frage Jesu richtet sich nicht gegen ihre Emotionen, sondern gegen den inneren Zustand ihres Vertrauens. Jesus war gegenwärtig. Gott ist gegenwärtig. Gibt's ein schönes Lied: Lasset uns anbeten. Er war gegenwärtig. Sie haben ihn gesehen und haben trotzdem durch eigene Leistung versucht, alles zu retten. Und sie haben gemerkt, es geht nicht und dadurch haben sie Angst bekommen. Und Jesus sagt: "Warum seid ihr so furchtsam?"

[12:15] Der Sturm offenbart hier nicht Gottes Abwesenheit, sondern die Unsicherheit der Jünger im Blick auf seine Gegenwart. Man kann auch sagen, vielleicht der innere Sturm, den sie hier haben. Jesus verbindet hier Glauben nicht mit äußeren Umständen, sondern mit der inneren Gewissheit seiner Autorität über jede Situation.

[12:40] Guten wie in schw, wie in, wie in schweren Tagen. Und die Frage, die wir hier uns stellen, wo auch er stellt, ist: "Habt ihr keinen Glauben?" Zeigt auch, dass Glaube nicht erst dann relevant ist, wenn alles ruhig bleibt, sondern gerade im Chaos sichtbar wird. Erst dann sieht man, ob man wirklich Glauben hat. In guten Zeiten, da kann man viel Glauben haben. In schlechten Zeiten, da bewährt sich dieser Glaube.

[13:11] Können das paar Beispiele nennen. Fangen mal an bei Daniel. Daniel Kapitel 1, wo es um die Ernährung geht, wo sie das Essen nicht essen wollten. Das war eine Bewährung des Glaubens. Kapitel 2, wo es um das Standbild geht. Daniel soll es deuten, war auch eine Glaubensprüfung. Drei mit seinen Freunden. Wir könnten gerade weitermachen. Das ganze Buch Daniel ist ein wunderbares Erfahrungsbuch, aber auch natürlich auch ein Prophetiebuch, aber da kann man wirklich Glauben sehen und einen Glaubensheld sehen.

[13:43] Und hier macht doch der Text dann deutlich, dass Angst oft dort entsteht, wo die Wahrnehmung von Gott, von Gottes Gegenwart überlagert wird. Das ist traurig, ihr Lieben, denn Jesus steht im Zentrum des Ereignisses. Er steht dort, er war dort dabei. Ob er geschlafen hat oder nicht, das ist jetzt irrelevant, aber er war dort und zeigt damit, dass göttliche Gegenwart nicht automatisch menschliche Furcht aufhebt, sondern transformieren will. Das ist interessant. Der Glaube der Jünger ist nicht vollständig abwesend, sondern unentwickelt und wird in dieser Situation herausgefordert und geformt.

[14:23] Der Sturm dient als geistlicher Lehrraum, könnte man sagen, in dem Vertrauen nicht theoretisch bleibt, sondern praktisch wachsen soll. Und diese Szene offenbart, dass Jesus den Glauben seiner Jünger nicht nur beurteilt, sondern aktiv durch Erfahrung vertieft. Das ist echt wunderbar, wie Jesus das hier macht. Er sagt nicht nur, was man besser machen könnte, sondern er zeigt auch, wie es praktisch aktiv tiefer werden kann.

[14:55] Gibt es vielleicht auch in deinem Leben Situationen, die sich wie ein Sturm anfühlen? Befindest du dich vielleicht gerade in deinem Leben in einem Sturm, wo du auch nach Hilfe rufst, in dem du innerlich unruhig wirst und dich fragst, ob Gott wirklich noch die Kontrolle hat?

[15:18] Genau in solchen Momenten entsteht schnell Angst, weil das Sichtbare, was wir sehen, stärker wirkt als das Vertrauen in Gottes Gegenwart. Das müssen wir lernen, wieder Gott zu vertrauen in allen Umständen. Und dieser Text zeigt dir, der soll uns zeigen, dass Jesus nicht erst dann bei dir ist oder bei uns ist, wenn alles ruhig wird, sondern schon mitten im Sturm an deiner Stelle steht. Das ist wunderbar. Gott ist mitten im Sturm bei dir. Er bewahrt dich nicht vielleicht aus dem Sturm, aber er bewahrt dich im Sturm.

[16:00] Deine Unsicherheit bedeutet nicht, dass dein Glaube fehlt, sondern dass er gerade wachsen und tiefer werden darf. Das ist das, was wir aus der Situation machen sollen. Es gibt eine Zeit, wo man Angst haben soll oder Angst haben darf. Es gibt auch eine Zeit, wo man vielleicht auch zweifeln darf, aber man soll nicht verzweifeln. Und die Frage ist auch immer, was machen wir aus dieser Situation, wenn sie kommt? Werden wir dann bei Zweifel verzweifeln, oder nehmen wir dieses, sage ich jetzt mal, Paket Zweifel und gestalten es so, dass aus Zweifel noch Mut wird, dass unser Glaube gestärkt wird statt geschwächt.

[16:42] Jesus stellt dir keine Frage, um dich zu verurteilen. Das macht Jesus nicht, sondern um deinen Blick neu auf ihn auszurichten. Und genau dort, wo du lernst, ihm auch im Chaos, im Sturm zu vertrauen, beginnt ein Glaube, der dich innerlich ruhig werden lässt. Das ist wunderbar.

[17:05] Jesus sagt auch: "Kommt alle her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch Ruhe geben oder Ruhe schenken." Hier hört mir ein wunderbares Beispiel.

[17:18] Welche Stürme in deinem Leben lösen aktuell Angst in dir aus? Wo verlierst du in schwierigen Situationen schnell das Vertrauen zu Gott? Oder was würde sich ändern, wenn du Jesus bewusst im Boot sehen würdest? Würde es einen Unterschied machen.

[17:46] Wir lesen einen weiteren Text in Matthäus 15, 21 bis 28. Da fasse ich zusammen. Da begegnet Jesus einer Kanaanäerin, deren Herkunft sie eigentlich von der Bundesverheißung Israels trennt, wodurch der Text die radikale Erweiterung des Glaubenszugangs über ethnische Grenzen hinaus sichtbar macht.

[18:19] Jesu anfängliches Schweigen ist kein Ausdruck von Gleichgültigkeit gegenüber einer Frau, sondern eine bewusste Offenlegung der Tiefe ihres Glaubens, indem er ihn durch Verzögerung und Spannung in seiner Substanz sichtbar werden lässt. Das ist interessant und klug, wie Jesus hier vorgeht.

[18:39] Und die scheinbare Zurückweisung Jesu in den Bildern von Kindern und Brot, wo es ja macht, dient nicht der Abwertung, sondern der Offenbarung dessen, ob ihr Vertrauen auch unter Demütigung bestehen bleibt. Die Frau reagiert nicht mit Rückzug oder Kränkung oder Gegenangriff, sondern mit einer geistlich tiefen Umdeutung der Worte Jesu, wodurch sie seine Güte selbst im scheinbaren Ausschluss erkennt.

[19:16] Und ihr Glaube zeigt sich darin, dass sie nicht nur die Macht Jesu anerkennt, sondern auch seine scheinbare Zurückhaltung nicht als endgültige Ablehnung interpretiert.

[19:33] Jesus macht durch diese Begegnung sichtbar, dass Glauben nicht als oder an religiöse Zugehörigkeit gebunden ist. Es glauben wir heute auch viele Christen oder Gläubige: "Du musst das sein, damit du gerettet bist." Sondern an die Haltung eines Herzens, dass sich nicht vom Gespräch mit Gott lösen lässt. Das hat wir gesehen bei dieser Frau. Sie hat nicht locker gelassen. Sie blieb dran. Sie hat nicht gezweifelt, nicht verzweifelt, sondern sie hat den Mut gefasst und ist im Glauben vorangegangen.

[20:12] Die Spannung zwischen Jesu Worten und ihrer Antwort wird zum Raum, in dem echter, gereifter Glaube entsteht, kann man sagen, der nicht durch sofortige Bestätigung getragen wird. Sie hat ja kein Zeichen sofort gesehen. Sie hat auch kein Zeichen verlangt, so wie die Pharisäer. Die Frau tritt in eine geistliche Demütigungshaltung ein, die nicht auf Anspruch, sondern auf Vertrauen in kleinste Gnade basiert. Das ist so schön, wodurch sie die wahre Natur des Glaubens offenbart.

[20:48] Das ist so wunderbar, was da geschieht. Ihr Lieben, ich empfehle euch diesen Text öfters zu lesen. Jesus bestätigt schließlich ihren Glauben nicht aufgrund ihrer Argumentation, sondern aufgrund ihrer inneren Standhaftigkeit im Beziehungsgeschehen mit ihm. Damit wird deutlich, dass Jesus Glauben dort erkennt, dort erkennt und ehrt, wo ein Mensch trotz innerer und äußerer Spannung im Vertrauen bei ihm bleibt.

[21:18] Ist interessant. Und hier gibt's ein Vergleich, den wollen wir uns auch gleich mal anschauen zwischen den Jüngern und dieser Frau.

[21:28] Es kann Zeiten geben, in denen du betest und dennoch keine Antwort erkennst, sodass sich innerlich ein Gefühl von Stille oder sogar Distanz entwickelt. Das kann oft passieren. Gerade dann entsteht oft die Frage, ob Gott dich hört oder ob dein Vertrauen überhaupt gesehen wird. Da hört man auch wieder so die Zweifel. Interessant. Mir fällt gerade der Text im Garten Eden ein: "Sollte Gott wirklich gesagt haben?" Und diese Frau zeigt aber dir, dass Glaube nicht daran zerbricht, dass Gott scheinbar schweigt, sondern darin wachsen kann.

[22:06] Ihr Dranbleiben macht deutlich, dass Vertrauen nicht von sofortiger Erhörung abhängig ist, sondern von der Erscheinung, bei Gott zu bleiben. Das ist ein Unterschied. Sie blieb dran. Sie hielt fest.

[22:22] Auch du darfst lernen. Und das ist wunderbar. Wir dürfen lernen, Gott nicht nur dann zu vertrauen, wenn du Antwort bekommst, sondern auch dann, wenn du warten musst. Vertraue ihm auch, wenn du warten musst. Wie lange musste Noah warten, bis die Sintflut kam? Manche glauben 120 Jahre, wenn ich mich nicht irre.

[22:49] Und genau in diesem Ausharren entsteht ein Glaube, der nicht mehr von äußeren Reaktionen abhängig ist, sondern in Gott selbst verwurzelt ist. In Gott selbst verwurzelt, wie ein Baum, der starke Wurzeln trägt. Er ist verwurzelt.

[23:06] Und hier wollen wir mal ganz kurz einen Vergleich machen. Die Jünger im Sturm zeigen einen Glauben, der durch Angst erschüttert wird, weil sie sich stark von den sichtbaren Umständen, Umständen beeinflussen lassen. Die Frau hingegen zeigt einen Glauben, der trotz scheinbarer Ablehnung, die ja angeblich von Jesus kam, und ausbleibende Antwort fest an Jesus festhält. Ein Unterschied. Sie hielt an Jesus fest. Sie hat sich an ihn geklammert. Die Jünger haben gezweifelt.

[23:39] Während die Jünger Jesu Gegenwart erleben und dennoch zweifeln, vertraut die Frau ihm, obwohl sie zunächst keine sichtbare Bestätigung erhält. Der Glaube der Jünger ist geprägt von Unsicherheit angesichts der Situation, während der Glaube der Frau durch Beharrlichkeit und inneres Vertrauen gekennzeichnet ist.

[24:02] Und dieser Vergleich macht deutlich, dass echter Glaube nicht von äußerlichen Umständen abhängig, sondern von der inneren Entscheidung, an Jesus festzuhalten.

[24:13] Und das ist auch ganz wichtig. Wir brauchen diese innere Haltung Jesus gegenüber. Wir brauchen diese Wurzeln in Jesus. Wir müssen leibhaftig in Christus werden, indem wir ihm vertrauen. Sein Wort vertrauen, sein Wort, die Bibel, dass wir drin studieren, lesen und vertrauen im Gebet, auch wenn das Gebet nicht sofort erhört wird, trotzdem dran bleiben.

[24:42] Die Gefahr ist groß, dass wenn wir nur auf äußerliche Zeichen vertrauen und sagen: "Ja, gib mir ein Zeichen, gib mir ein Zeichen." Und ich nur darauf vertraue auf Situationen, ist die Gefahr sehr groß, weil was passiert dann, wenn irgendwann mal kein Zeichen mehr kommt? Zweifeln wir dann und sagen: "Was ist los? Und woher weiß ich?" Die Frage muss ich mir auch stellen, dass die Zeichen, die ich sehe, immer von Gott sind. Woran kann ich das erkennen? Auch die Dämonen können Wunder tun. Auch Teufel können Wunder tun.

[25:18] Und darauf ist es, finde ich, sehr vorsichtig, muss man mit Vorsicht sagen, nicht jedes Zeichen oder man darf nicht nur auf Zeichen sein Vertrauen setzen. Was es leider auch in der Christenheit sehr deutlich wird. Nur wenn ich ein Zeichen sehe und mit Gott was erlebe, was Außergewöhnliches, meine Emotionen berührt werden, das kommt von Gott, das ist vom Heiligen Geist. Da wäre ich vorsichtig, weil wenn ich danach das Vertrauen nicht habe, wenn die Zeichen mal wegbleiben und ich dann zweifle und alles zerbricht, dann besteht die Gefahr, dass ich versinke.

[26:01] Die bisherigen Texte haben uns gezeigt, dass Jesus Glauben nicht an Sichtbarkeit oder Umständen bindet, sondern ihn gerade im Zweifel und im Vertrauen erkennt und formt. Doch nun stellt sich die nächste Entscheidung oder die nächste entscheidende Frage, besser gesagt: Was passiert mit unserem Glauben, wenn weder Gefühle noch äußere Eindrücke Stabilität geben?

[26:34] Lesen wir dazu Epheser Kapitel 2, dort Vers 8. "Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch den Glauben, und das nicht aus euch, denn Gottes Gabe ist es."

[26:47] Epheser 2:8 stellt unmissverständlich klar, dass die Errettung des Menschen nicht auf innere Leistung oder emotionaler Intensität basiert, sondern vollständig auf der Gnade Gottes gründet. Der Glaube wird hier nicht als menschliche Leistung beschrieben, sondern als Mittel, durch das die göttliche Gabe der Rettung empfangen wird.

[27:12] Damit wird deutlich, dass der Ursprung des Glaubens nicht im Menschen selbst liegt, also dass der Mensch es geschafft hat, sondern in Gottes Initiative und seinem Wirken. Der Text trennt hier bewusst zwischen menschlichem Tun und göttlichem Handeln, um jede Form von Selbstgerechtigkeit auszuschließen.

[27:35] Wir Menschen können uns nicht selbst erlösen. Wir können auch keine guten Gaben tun, um irgendwas damit zu verdienen. Was Gott kann, ist uns durch seine Liebe so formen, dass wir aus Glauben heraus gute Werke tun. Aber die tun nicht wir, die tut Christus in uns.

[27:56] Glaube wird hier nicht als Gefühl definiert, als Emotion, sondern als Vertrauen. Und wir merken hier auch schon, wie wichtig es ist. Vertrauen. Dieses Thema sollten wir glauben der Gemeinde noch tiefer studieren, denn durch Vertrauen wächst auch Erweckung. Sondern als Vertrauen, das sich auf Gottes Zusage stützt, der Glaube.

[28:23] Emotionen können den Glauben begleiten, aber sie sind nicht die Grundlage seiner Existenz oder Wirksamkeit. Wenn mein Glaube, wie ich vorher gesagt habe, auf Emotionen gegründet ist, ist es kein gutes Fundament.

[28:41] Und die Betonung der Gnade zeigt, dass Gott selbst der Ursprung, die Quelle und die Grundlage des Heils ist. Er hat immer den ersten Schritt getan. Er ging immer zuerst zu dem Verlorenen. Das sehen wir im Garten Eden bei Adam und Eva, als der Mensch gesündigt hat. Der Mensch versteckte sich. Der Mensch zeigte keine Reaktion, kein Handeln, keine Leistung. Gott war es, der gesagt hat: "Adam, Mensch, wo bist du?" Gott war es, der Tierfelle gemacht hat. Gott war es auch, der sich geopfert hat. Gott war es auch, der uns den Sabbat geschenkt hat und so weiter.

[29:22] Und dadurch wird auch der Glaube zu einer Beziehungshaltung, die sich auf etwas außerhalb des Menschen stützt und nicht auf innere Stabilität angewiesen ist. Und diese Perspektive, die schützt den Glauben davor, von wechselnden inneren Zuständen abhängig zu werden, wie man es bei den Jüngern gesehen hat.

[29:45] Somit zeigt der Text auch, dass echter Glaube seine Reife erkennt, dass er nicht auf Gefühl entsteht, sondern aus göttlicher Zusage lebt. Das ist ein Unterschied. Die Gefühle sind innerlich. Besteht sie dadurch oder aus der göttlichen Zusage.

[30:08] Und hier möchte ich uns auch fragen: Gibt es vielleicht auch Zeiten in meinem oder in deinem Leben, in denen du dich innerlich leer fühlst und dich fragst, ob dein Glaube überhaupt noch da ist? Besonders dann, wenn starke Gefühle fehlen, kann schnell der Eindruck entstehen, dass auch die Verbindung zu Gott schwächer geworden ist.

[30:34] Doch dieser Bibeltext zeigt dir und soll auch mir zeigen, dass dein Glaube nicht auf deinem Empfindungen beruht, sondern auf Gottes Gnade, die unabhängig von deinem inneren Zustand auch bleibt.

[30:51] Und du darfst lernen, ja, du darfst lernen, dass dein Vertrauen nicht davon abhängt, wie intensiv du etwas erlebst, sondern wie fest du dich auf Gottes Zusage stützt. Das darfst du lernen. Und gerade in Zeiten, in denen du dich, in denen du nichts spürst, vielleicht lebst du gerade in dieser Zeit, indem du nichts spürst, wächst eine Reife, die deinen Glauben stabiler und unabhängiger macht.

[31:20] Und genau dort entsteht ein Glaube, dieses Vertrauen, der dich nicht nur in guten Momenten trägt, sondern auch dann, wenn alles still und unscheinbar wirkt. Auch dann, sage ich mal, wenn ein Sturm kommt, wenn ein Sturm kommt und das Boot zu sinken droht, auch dann wird der Glaube felsenfest.

[31:49] Woran mache ich meinen Glauben häufiger fest? An Gefühlen, Emotionen oder an Gottes Zusagen, an seinem Wort? Wie gehe ich mit Zeiten um, in denen ich innerlich nicht spüre, indem ich innerlich leer bin oder mich leer fühle, besser gesagt? Und was würde sich ändern oder verändern, wenn ich Gottes Wahrheit mehr vertraue als meinen Empfindungen?

[32:27] Wenn Glaube nicht auf Gefühl basiert, dann stellt sich jetzt die Frage, wie ein solcher Glaube überhaupt sichtbar und tragfähig wird. Im nächsten Schritt sehen wir genau das: Menschen, deren Leben zeigt, wie Glaube durch Geschichte hindurch gewachsen und gereift ist. Es geht um Vorbilder des Glaubens.

[32:51] Dazu Hebräer Kapitel 11. Wir werden das jetzt nicht alles lesen. Das ist ein zu langer Text. Den dürft ihr gerne selbst studieren. Mache jetzt hier eine Zusammenfassung.

[33:00] Hebräer 11 zeigt eine lange Linie von Menschen, von Glaubenshelden, deren Leben nicht durch sichtbare Sicherheit, sondern durch Vertrauen auf Gottes Verheißung geprägt war. Sie lebten in Situationen, in denen sich die Erfüllung oft nicht sofort zeigte und genau darin wird ihr Glaube als standhaft und tragfähig sichtbar.

[33:25] Wir wollen ein paar Verse anschauen, die Verse 1, 3 und 6. "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft. Eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht." Hier sieht man es auch wieder, die man nicht sieht, sagt sogar der Hebräertext. Vers 3: "Durch Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen worden ist." Wir waren nicht dabei. Das ist ein Glaubenstest. Vers 8: "Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohl zu gefallen."

[34:03] Im Hebräer 11:1 beschreibt Glaube als eine feste Zuversicht, etwas Festes, das kann man nicht auseinanderreißen, wodurch deutlich wird, dass Glaube eine innere Stabilität ist, die nicht von wechselnden Umständen abhängig gemacht wird. Und diese Zuversicht richtet sich auf das, was erhofft wird und zeigt damit, dass Glaube immer auf Gottes zukünftiges Handeln ausgerichtet ist. Gleichzeitig wird Glaube als Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht, definiert, wodurch eine Realität beschrieben wird, die über das Sichtbare hinausgeht. Dadurch wird deutlich, dass Glaube nicht auf Wahrnehmung basiert, sondern auf Vertrauen in Gottes Zusagen. Das haben wir immer mehr. Die Texte sprechen immer wieder vom selben. Anscheinend haben wir das bitter nötig, dass Gott es so oft zu uns sagen muss.

[34:55] Im Hebräer 11:3 wird erklärt, dass die sichtbare Welt durch Gottes Wort geschaffen wurde, was zeigt, dass die unsichtbare Wirklichkeit Gottes die Grundlage aller sichtbaren Realität ist. Und dieser Vers macht deutlich, dass Glaube eine Erkenntnis eröffnet, die über menschliche Erfahrung hinausgeht und Gottes schöpferisches Handeln anerkennt.

[35:26] Hebräer 11:6 betont, dass ohne Glaube keine Beziehung zu Gott möglich ist. Das können wir nicht. Wir können jetzt sicher auch glauben mit Vertrauen eintauschen. Das ist dasselbe. Ohne Vertrauen kann man keine Beziehung führen zu keinem Menschen, noch weniger zu Gott.

[35:45] Da Vertrauen die grundlegende Voraussetzung für ein Leben mit ihm darstellt. Vertrauen in Gott. Zudem zeigt dieser Vers, dass Glaube ein aktives Suchen nach Gott beinhaltet und nicht nur ein passives Festhalten ist. Insgesamt verbinden diese Verse Glauben mit Gewissheit, Erkenntnis und unsichtbarer Wirklichkeit und einer lebendigen Beziehung zu Gott, die auf Vertrauen gegründet ist.

[36:21] Glauben ist eine lebendige Beziehung, hat Gewissheit, Erkenntnis der unsichtbaren Wirklichkeit.

[36:32] Vielleicht auch in unserem Leben fragen wir uns auch vielleicht manchmal, ob unser Glaube überhaupt, ob dein Glaube überhaupt trägt, besonders dann, wenn du nicht siehst oder spürst, was dir Sicherheit gibt. Hebräer 11:1 erinnert dich daran, dass dein Glaube nicht auf dem basiert, was du wahrnimmst, sondern auf dem, was Gott zugesagt hat.

[37:04] Auch wenn deine Gefühle schwanken oder sogar ganz still werden, bleibt die Grundlage deines Glaubens unverändert bestehen. Du darfst lernen, dass Vertrauen nicht davon abhängig ist, ob du gerade etwas erlebst, sondern ob du dich auf Gottes Wort stützt.

[37:24] Hebräer 11:3 zeigt dir, dass selbst die Welt, in der du lebst, aus einer unsichtbaren Wirklichkeit hervorgegangen ist, was bedeutet, dass Gottes Wirken oft verborgen beginnt. Und das kann dir helfen, geduldig zu bleiben. Geduld der Heiligen, auch wenn du in deinem Leben noch keine sichtbare Veränderungen erkennst.

[37:51] Und Hebräer 11:6, das macht deutlich, dass es Gott nicht um Perfektion geht, sondern um ein ehrliches Suchen und Vertrauen. Dein Glaube muss nicht groß erscheinen, sondern er muss einfach echt sein. Der Glaube von den Pharisäern sah auch groß aus, aber er war nicht echt. Und er muss echt sein, um sich immer wieder neu auf Gott auszurichten. Und genau in diesem Prozess wächst eine Reife. Es ist ein Wachstum, das dich innerlich stabil macht und dich Schritt für Schritt in eine standhafte Beziehung zu Gott führt. Gott möchte uns wirklich zu standhaften Menschen formen.

[38:41] Und da ist jetzt die Frage: Woran mache ich meinen Glauben im Alltag stärker fest? An dem, was ich fühle oder an dem, was Gott zugesagt hat? In welchen Lebensbereichen fällt es mir vielleicht schwer, Gott zu vertrauen, obwohl ich ihn nicht sehen oder direkt wahrnehmen kann?

[39:06] Oft sagen wir oder ich vielleicht hast du es auch schon mal gehört: "Ja, wenn ich jetzt Gott sehen würde oder wenn ich persönlich mit ihm reden würde, von Angesicht zu Angesicht, dann würde ich glauben können." Die Pharisäer haben Jesus gesehen, sie haben mit ihm geredet. Sie haben auch Zeichen und Wunder gesehen. Es hat trotzdem nicht geholfen, weil sie seinem Wort nicht geglaubt haben. Lasst uns Gottes Wort vertrauen und festhalten.

[39:37] Wie verändert sich vielleicht deine Perspektive auf dein Leben, wenn du glaubst, dass Gottes Wort auch in deinem Unsichtbaren bereits wirksam ist?

[39:55] Lasst uns zum nächsten Punkt gehen. Die Vorbilder des Glaubens haben uns gezeigt, was es bedeutet, in der Zeit des Wartens standhaft zu bleiben und an Gottes Verheißungen festzuhalten, auch wenn sich nicht sofort etwas verändert. Doch im nächsten Schritt geht es tiefer. Nicht mehr um das Festhalten an Gottes Zusagen, sondern um die völlige Hingabe an Gottes Willen selbst, sichtbar im Leben Jesu.

[40:28] Der fünfte Punkt ist der Glaube Jesu. Wir wollen dazu den Text Offenbarung Kapitel 14 Vers 12 lesen. Hier heißt es: "Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen. Hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren."

[40:51] Einen weiteren Text heißt es dann auch in Matthäus 26, die Verse 36 bis 42. Da... Jesus geht mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane und bittet sie, wach zu bleiben. Das ist zusammengefasst. Während er betet, weil er große Angst und Trauer empfindet. Er bittet Gott, die bevorstehende Leid von ihm abzuwenden. Er sagt ja auch: "Wenn es möglich ist, nimm diesen Kelch von mir, aber nicht mein Wille, sondern dein Wille soll geschehen." Und unterstellt sich aber letztlich dem Willen Gottes. Als er zurückkommt, findet er die Jünger wach. Nein, eben nicht. Er findet sie schlafen und mahnt sie, wachsam zu bleiben und zu beten. "Wachet und betet, da der Geist zwar willig ist, aber der Mensch schwach ist."

[41:52] Schauen wir uns Offenbarung 14, Vers 12 an. Dies beschreibt eine endzeitliche Gruppe von Gläubigen, die sich durch Ausharren – das Wort davor, dafür ist darunter bleiben, könnte man sagen – unter diesem Glauben, durch Ausharren, gehorsam und den Glauben Jesu auszeichnet.

[42:12] Der Glaube Jesu weist darauf hin, dass ihr Vertrauen nicht nur auf Jesus gerichtet ist, sondern auch seinem Glaubensleben entspricht. Es ist der Glaube Jesu. Das heißt, diese Personen haben genau exakt denselben Glauben, dieselbe Handlung, denselben Charakter wie Jesus. Und dieser Glaube ist geprägt von Treue gegenüber Gottes Geboten, auch unter äußerlichem Druck und Widerstand. Wir hatten es ja vorher, habe ich kurz erwähnt von Daniel, da fällt mir gerade Daniel Kapitel 3 oder Kapitel 6 ein. Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

[42:55] Und dieses Ausharren zeigt echter Glaube, dass echter Glaube nicht kurzfristig ist. Das können wir auch bei Daniel sehen. Das war nicht kurz am Anfang oder kurz irgendwo am Ende oder in der Mitte. Das war komplett von vorne bis hinten. Es war ein standhaftes Ausharren der Gläubigen dort. Auch hier zeigt es, dass echter Glaube nicht kurzfristig ist, sondern eine bleibende Haltung inmitten von Herausforderungen.

[43:24] Oft hören wir auch heute in der Christenheit, viele glauben ja diese Theorie, dass ähm, wenn die große äh Trübsal kommen, dass wir davor entrückt werden und überhaupt nicht da hineingehen. Ist interessant. Die Bibel sagt da was ganz anderes, weil die Bibel sich nicht selbst widerspricht. Weil sonst müsste ich mir die Frage stellen, wenn wir von der großen Trübsal entrückt werden würden, wenn das wirklich so sein sollte, habe ich viele Fragen an Gott, warum er nicht das Volk damals bewahrt hat, warum er nicht Daniel bewahrt hat, warum er nicht Mose bewahrt hat, warum er nicht, egal, ihr könnt nehmen, wenn ihr wollt, die Verfolgung der Christen im finsteren Mittelalter, warum hat er die Reformatoren und so nicht bewahrt vor der Trübsal, vor ihrer Trübsal, nenne ich jetzt mal. Sie hat sie bewahrt in der Trübsal. Dadurch wurde er verherrlicht, indem sie festgehalten haben an ihm und die Menschen haben gesehen, dass es Gott gibt. Warum bewahrt er die Christenverfolgung heute nicht, die überall geschehen, aber später dann, wenn die große Trübsal beginnt, da zieht uns davon raus. Wäre ein bisschen egoistisch, finde ich, und Gott ist nicht so. Er bewahrt uns immer in der Trübsal. Die Frage ist, was wir daraus machen, ob wir festhalten oder auf unsere Emotionen hoffen.

[44:46] Und somit wird auch der Glaube Jesu als eine bestätigte, gehorsame und treue Lebenshaltung beschrieben, die in der Endzeit sichtbar wird, die jeder sieht. Sie wird sehr hell scheinen.

[45:04] Und in Matthäus Kapitel 26, dort die Verse 36 bis 42, was ich vorher zusammengefasst habe, sehen wir Jesus im Garten Gethsemane in einer tiefen, inneren und geistlichen Anfechtung vor seinem Leiden. Hier könnte man auch sagen: Warum hat Gott ihn nicht davor bewahrt vor dieser Trangsal? Sein Gebet offenbart, dass er den kommenden Weg des Leidens bewusst wahrnimmt und vor dem Vater bringt.

[45:32] Auch wir dürfen alle unsere Sorgen vor Gott bringen.

[45:40] Jesus bittet ehrlich um eine mögliche Veränderung des Weges, bleibt aber vollständig offen für den Willen des Vaters. Das ist interessant. Jesus sagt nicht: "Das möchte ich nur, ich bitte dich darum, ich bitte dich darum." Nein, er sagt auch nicht: "Mein Wille, das ist, was ich mir so vorstelle, weil der Weg hart ist, aber nicht was ich will, sondern was du willst." Und Gott ließ ihn da nicht allein. Der Vater ließ ihn nicht allein. Er gab ihm Kraft, diesen Weg zu gehen.

[46:11] Und der entscheidende Ausdruck seines Glaubens ist die völlige Hingabe. Die völlige Hingabe. Nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und diese Szene zeigt, dass Glaube nicht das Fehlen von Kampf ist, sondern die Entscheidung zur Treue mitten im Kampf. Und damit wird Jesu Glaube als vollkommene Einheit von Vertrauen, Gehorsam und echter Hingabe sichtbar.

[46:45] Und das ist wunderschön, ihr Lieben. Durch das Vertrauen, weil er Gott vertraut hat, weil er mit ihm Zeit verbracht hat, weil er Gottes Wort studiert hat, als er Mensch wurde. Er legte seine Göttlichkeit ab, sagt Philipper. Und er hat, er wurde Mensch, er wurde wie wir, nur ohne Sünde. Warum? Weil er diese enge Beziehung zu Gott hatte. Er hatte die Beziehung zu seinem Vater. Er hat sein Wort, das Wort Gottes, hat also ja, die Schriften hat er studiert, hat er gelesen. Er hat darauf vertraut, darauf aufgebaut. Er hat nicht auf seine Emotionen gepocht oder auf allgemein auf große Wunder und und Zeichen. Hat er nicht gemacht. Er war nüchtern. Er hat darauf vertraut, was Gott gesagt hat, was der Vater gesagt hat. Das hat er getan, als er Mensch wurde. Und das zeigt sich hier eindeutig in seinem Leben.

[47:32] Damit wird Jesus Glaube als vollkommene Einheit von Vertrauen, Gehorsam. Weil ich vertraue, gehorche ich ihm. Warum? Im Vertrauen lerne ich diese Person auch lieben. Weil ich ihn liebe, gehorche ich ihm. Und weil ich ihm gehorche, gebe ich mich auch gerne hin. Das ist die Hingabe, die nicht irgendwo im Kämmerlein passiert, sondern sichtbar. Diese Hingabe haben wir in seinem Leben oder haben die Menschen in seinem Leben überall gesehen. Wenn man heute von Jesus redet, wenn man noch von Jesus reden darf und erzählt, was er alles getan hat, dann staunen die Menschen. Was die Menschen damals berichten, was er getan hat, wie er war, dann staunen die Menschen. Sein Leben wurde sichtbar. Der Charakter hat sich gezeigt.

[48:22] Und auch hier ist jetzt auch wieder die Frage, wie es in unserem Leben aussieht. Ich vergleiche es immer gern zu damals, zu heute, weil was bringt es mir, wenn ich es nur lese? Was bringt es mir, ja, wenn ich in meinem eigenen Leben nicht anwende?

[48:35] Gibt es vielleicht auch hier Momente in unserem Leben, in deinem Leben, in denen du innerlich an Grenzen kommst und merkst, dass du nicht mehr alles oder nicht mehr alles selbst kontrollieren oder tragen kannst? Und gerade dann entsteht nicht Hoffnung meistens, sondern eher die Angst, weil Loslassen sich wie ein Verlust von Sicherheit anfühlen kann.

[49:00] Doch Jesus zeigt dir, dass Hingabe nicht Schwäche bedeutet, sondern eine tiefe Form von Vertrauen zu Gott wieder hin. Hier haben wir das Wort wieder: Vertrauen. Du darfst lernen, deine inneren Kämpfe nicht zu verdrängen. Das ist das Schlimmste, was man machen kann. Verdrängen. Niemals verdrängen. Wenn du Angst hast, verdränge sie nicht. Was wir auch heute oft hören, ist: "Du hast Angst. Brauchst keine Angst haben. Hör auf Angst zu haben. Ähm, sei mutig." Das ist das Schlimmste, was man machen kann. Damit verdrängst du, besonders bei Kindern, damit verdrängst du die Haltung, die Angst, die Emotion. Es wird einfach runtergeschluckt. Es wird nicht verarbeitet, es wird hier drin bleiben und irgendwann mal, wenn man immer mehr davon schluckt, weil man darf's ja nicht zeigen, irgendwann mal sind es Menschen, die nur noch von Angst leben, von Depression leben und kaputt gehen, weil sie seelisch kaputt gemacht worden sind, weil man nicht mit ihnen klar darüber geredet hat, wenn man Angst hat, egal ob es als Kind oder Erwachsener, dass man offen darüber redet. Mensch, wo ist, wo ist dein Schmerz? Wo sind deine Sorgen? Erzähl mir, was macht dir Angst? Es anschauen, diesen Stachel, diesen ja, diese Angststachel, sage ich mal, der dir Schmerzen bereitet, den rausholen, ihn betrachten, ihn anschauen, ihn in die Wunde Jesu legen und ihn dort abgeben. Gott vertrauen, dass er es richtig macht, dass er für uns sorgen wird, ihm die Hoffnung geben.

[50:21] Ihr Leben ist eine ganz andere Vorgehensweise und ich bin Gott dankbar, dass wir zu ihm so kommen dürfen. Und ich bitte uns allen, die das vielleicht so gemacht haben bei Menschen, Kindern, egal wo, dass wir mit diesen Menschen reden, ihnen zuhören und reden und ihnen Hoffnung geben. Nicht einfach sagen: "Ja, darfst keine Angst haben. Ja, du darfst das nicht, du darfst das nicht. Sei nicht so, wie ein Königskind, steh gerade, steh wieder auf und fertig." Das ist eine falsche Haltung in ihm. Jesu hat auch immer gefragt: "Was ist es? Was kann ich für dich tun?" Er hat ihnen zugehört und er hat ihnen Heilung geschenkt. Methode Jesu. Das sollten wir tun.

[50:58] Auch Vertrauen bedeutet in solchen Zeiten nicht alles zu verstehen. Wenn wir alles verstehen würden, da braucht man, sag mal in Anführungsstrichen, kein Vertrauen, sondern Gott bewusst mehr zutrauen als deiner eigenen Sicht der Situation. Und genau dort, wo du loslässt und dich Gott anvertraust, entsteht ein Glaube, der dich innerlich frei macht und dich in seine Nähe hält.

[51:26] Wer den ja, wie heißt es? Mir fällt gerade der Text nicht ein, verzeiht mir. Wer den Sohn, wenn der Sohn frei macht, der ist wirklich frei. Danke, lieber Gott.

[51:43] Und das zeigt uns alles. Hey, ihr Lieben, wenn wir den ganzen Weg des Glaubens jetzt betrachten, was wir heute nur kurz studiert haben, wir könnten noch eine Fülle draus machen. Ich wünschte, wir könnten längere Lektionen haben in der Gemeinde. Wenn wir den Weg des Glaubens jetzt betrachten vom Zweifel über das Vertrauen, Durchreifung und Durch Standhaftigkeit bis hin zur Hingabe, dann erkennen wir, Glaube ist keine Momentaufnahme, sondern eine Begegnung hin zu Gott.

[52:12] Es erinnert mich irgendwie gerade ans Heiligtum, ins Allerheiligste dahingehen. Er beginnt dort, wo der Mensch nach Zeichen sucht, und er wächst dort, wo er Gott im Vertrauen festhält, und er reift dort, wo er, wo er nicht von Gefühl abhängig ist. Und er wird standhaft dort, wo er trotz Verzögerung nicht loslässt und er vollendet sich dort, wo sich Gott ganz hingibt.

[52:41] All diese Schritte führen auf ein Ziel hin. Und vielleicht habt ihr es schon bemerkt. All diese Schritte führen auf ein Ziel hin: die lebendige Hoffnung an Jesus Christus und seine Wiederkunft. Darum ist Glaube nicht nur ein Weg durch diese Zeit, sondern eine Vorbereitung auf die Begegnung mit Christus. Da möchte uns Gott hin haben, uns hinführen.

[53:05] Wenn du heute zweifelst, darfst du wissen, Gott führt dich nicht im Zweifel, oder Gott führt dich nicht im Zweifel festhalten, sondern in ein Vertrauen hinein, das dich trägt. Wenn du heute wartest, ist dein Warten nicht vergeblich, sondern ein Teil von Gottes Geschichte mit dir. Er möchte eine Geschichte mit dir schreiben, ein Buch mit dir schreiben. Freue dich, wenn du heute loslässt, ist es kein Verlust, sondern einen Schritt in seine Freiheit. Und wenn du heute glaubst, ist dein Glaube nicht das Ende, sondern die Ausrichtung auf den kommenden König.

[53:46] Bleib im Glauben, nicht weil du alles siehst, sondern weil du weißt, wem du vertraust. Bleib standhaft, nicht weil alles leicht ist, sondern weil Gott treu ist. Und bleib hoffnungsvoll, weil Jesus Christus wiederkommt und alles vollenden wird. Der Glaube, der durch Zweifel gegangen und im Vertrauen gewachsen, in Reife gereicht, in Standhaftigkeit geblieben ist und sich in Hingabe geöffnet hat, wird in Christus nicht enttäuscht, sondern vollendet.

[54:19] Und Gott segne uns alle dabei. Amen. Lasst uns noch gemeinsam beten.

[54:30] Herr Jesus Christus, unser Herr und König, Schöpfer und Erlöser, wir sind dir von Herzen dankbar für diese wunderbaren, kostbaren Perlen, Herr, die du uns gerade gezeigt hast. Wir haben nur an der Oberfläche vielleicht studieren können und dies soll uns ermutigen, weiter tiefer zu graben, um noch schönere Perlen zu finden. Herr, wie herrlich bist du, wie wunderbar bist du, wie gnädig bist du. Du bist einfach Gott und wir können nicht anders als vor dir niederzuknien und dich loben und preisen und sagen: Du bist es würdig angebetet zu werden, weil du alles für uns tust. Du hast alles für uns getan und du wirst auch alles für uns tun und du möchtest dieses Werk vollenden in uns. Du möchtest dies tun und es zeigt, wie wunderbar du uns liebst, wie du uns mit offenen Armen empfängst, dass wir nichts tun müssen, Herr, sondern einfach glauben und vertrauen, gehorsam dann sein, weil wir dich kennenlernen und uns dir völlig hingeben und das ist so wunderbar.

[55:33] Herr Jesus, ich bitte dich für jeden einzelnen Zuhörer und Zuschauer, der dich sieht, auch für mich persönlich, dass du uns alle führst und leitest und so gestaltest, dass wir uns hingeben, auf dass wir wunderbar und vollkommen werden, Herr, so wie du es dir vorstellst, auf dass du bald wiederkommen kannst und uns zu dir zu holen, damit auch wir sind, wo du bist. Herr Jesus, wir sehnen uns danach nach Hause zu gehen und ich bitte dich, schließe das Werk in uns ab, vervollständige dies alles. Wir loben und preisen dich und danken dir von Herzen dafür in deinem teuren und kostbaren Namen. Amen.


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