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In diesem Video von Bibel.Antworten erklärt Christopher Kramp, ob Jesus dem Verbrecher am Kreuz versprochen hat, am selben Tag im Paradies zu sein. Er beleuchtet die griechische Originalfassung des Verses und erklärt, wie die Satzzeichen die Bedeutung beeinflussen können. Durch den Vergleich mit anderen Bibelstellen wird eine klare Antwort auf diese wichtige Frage gegeben.


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Serie: Bibel.Antworten

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Transkript

[0:23] Hat Jesus dem Verbrecher am Kreuz versprochen, am selben Tag im Paradies zu sein? Das ist eine gute Frage, viele Menschen haben sich diese Frage gestellt und wir wollen heute sehen, was die Bibel für eine Antwort darauf gibt. Die Frage basiert auf dem Bericht des Lukas über die Kreuzigung. Wir lesen in Lukas 23, Vers 43: „Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Jesus hing am Kreuz zwei Verbrecher, rechts und links neben ihm. Zunächst hatten beide ihm angeklagt und ihm geflucht. Doch einer von beiden, als er Jesus sah in seiner Demut, wie er die Macht des Kreuzes ertrug und noch für andere betete, erkannte plötzlich, dass dieser der Gewalt sagte, der Messias sein muss. Und sozusagen auf dem Totenbett oder in dem Fall am Kreuz hat er doch noch den Wunsch, gerettet zu werden. In Lukas 23, Vers 42 sagt er: „Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Und darauf zitiert dann Jesus jene berühmte Worte, die oft so interpretiert worden sind, als ob Jesus ihm gesagt hätte, dass auch am selben Tag er mit Jesus im Paradies sein würde. Was einen großen Konflikt darstellt zum allgemeinen Aussagen der Bibel zum Thema Tod.

[1:58] Um diese Frage genau verstehen zu können, lohnt es sich einmal in das originale griechische hineinzuschauen. Die Evangelien sind ja im altgriechischen verfasst worden und zwar in ausschließlich Großbuchstaben. Man nennt das Majuskel. Und wir haben hier den entsprechenden Ausspruch von Jesus einmal so, wie im Original erscheint, mit der einzigen Ausnahme, dass die originalen Handschriften keine Zwischenräume zwischen den Worten haben und eigentlich alle Buchstaben hintereinander lesen. Aber aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir das einfach mal hier diese Zwischenräume eingefügt. Dort hat Jesus gesagt: „Amen, so lego, sage ich dir, heute mit mir im Paradies.“ Wenn wir also diesen Satz hier betrachten, dann stellen wir fest, dass im Original ist weder Punkt noch Komma noch Semikolon, noch irgendeine Art von Satzzeichen gegeben hat. Und Übersetzer mussten dann anhand des Satzsinnes die richtigen Zeichen setzen. In aller Regel ist das kein Problem, aber es gibt einige wenige Fälle in der Bibel, wo man so oder so entscheiden könnte, wo das Griechische tatsächlich ambivalent ist.

[3:26] Wenn ich zum Beispiel das Komma an diese Stelle hier setze, dann liest es: „Amen, so lego, semeron mit imu, ich sehe into Paradiso.“ Übersetzt also: „Wahrlich, dir sage ich heute, mit mir wirst du sein Paradies.“ Man kann aber das Komma nach der griechischen Grammatik ohne weiteres oder den Doppelpunkt auch um ein Wort verschieben, nämlich so. Und dann heißt es: „Amen, so lego, semeron mit dem Muh EZ, into Paradiso.“ Was also übersetzt heißt: „Wahrlich, dir sage ich heute, mit mir bist du seine Paradies.“ Beide Varianten sind von der griechischen Grammatik möglich. Man könnte also übersetzen, entweder: „Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir ein Paradies sein.“ Oder man könnte mit genauso viel Recht übersetzen: „Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute du wirst mit mir im Paradies sein.“ Von der griechischen Urtextsprache her ist beides möglich und man kann keinen endgültigen Schluss ziehen.

[4:38] Das Wunderbare an der Bibel ist aber, dass andere Texte uns weiterhelfen können, selbst dann, wenn eine genaue Kenntnis des Urtextes uns immer noch Fragen zurücklässt. Wenige Tage später nach der Kreuzigung erscheint Jesus als der Auferstandene einigen Frauen. Und eine dieser Frauen sagt er im Gespräch etwas Interessantes, was viel Licht auf diese Frage wirft und sie letztendlich beantwortet. In Johannes 20, Vers 27 lesen wir, wie Jesus gesagt hat: „Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“ Also am Auferstehungssonntag konnte Jesus, der nie gelogen hat und auch an dieser Stelle nicht gelogen hat, wahrheitsgemäß sagen, dass er noch nicht beim Vater gewesen ist. Und damit ist eindeutig, dass Jesus am Kreuz eben nicht gesagt hat: „Weil ich, ich sage dir, heute bist du mit mir ein Party sein“, sondern er hat gesagt: „Wahrlich, ich sage dir, heute an diesem Tag, wo es so aussieht, als ob ich alles verloren habe, an diesem Tag, wo ich am Kreuz hänge, heute sage ich dir, denn du hast mich gebeten, dass ich gedenken soll, wenn ich dann einmal in die Königsherrschaft komme, ich sage dir, heute du wirst mit mir dann im Paradies sein.“

[6:10] Und diese Zusage, die kann Jesus uns allen geben, wenn wir wieder Verbrecher am Kreuz uns entscheiden, ihm nachzufolgen, auch wenn es kurz vor Schluss unseres Lebens ist. Die Wahrheit in Jesus macht frei und gibt uns Antworten auch auf schwierige Fragen. Hast du, lieber Freunde, bevor ich ihn fragen zur Bibel, dann zögere nicht, uns zu schreiben und der [email protected]. Wir freuen uns, wenn wir diese Fragen hier beantworten können nach der Bibel, denn hier bei Joelmedia, da findest du Bibelantworten.


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