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In dieser Predigt spricht Christopher Kramp über die biblische Figur Simon Petrus und seine Entwicklung. Er beleuchtet, wie Simon, ein einfacher Fischer, von Jesus berufen wird, eine neue Identität erhält und Schritt für Schritt in seinem Glauben wächst. Die Predigt zeigt Simons Höhen und Tiefen, von seinem mutigen Bekenntnis bis zu seiner Verleugnung, und betont, wie Gott auch in unseren Schwächen wirkt.


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Serie: Wenn Gott zweimal ruft

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend! Schön, dass Sie auch live zugeschaltet sind auf unseren Internetseiten. Wir sind auf der Schlussgeraden unserer kleinen Serie "Wenn Gott zweimal ruft". Ich glaube, die meisten von uns haben sich vorher nie Gedanken gemacht, dass genau an zehn Stellen scheinbar zufällig irgendwo in der Bibel Gott zweimal ruft: Abram, Abram; Jakob, Jakob; Mose, Mose; Samuel, Samuel; Ariel, Ariel; Martha, Martha; Jerusalem, Jerusalem und heute Simon, Simon. Und wir haben vielleicht auch sehen können und wir werden das im Laufe dieses Wochenendes dann alles zusammenbringen, wie diese zehn scheinbar nicht großartig miteinander verbundenen Geschichten trotzdem einen gemeinsamen roten Faden sogar noch haben, der vor allem uns ansprechen soll.

[1:25] Simon, Simon. Der Name Simon kommt von einem hebräischen Wort. Kann jemand raten, welches hebräische, welcher hebräische Name vermutlich für Simon steht? Es gibt einen ganz bekannten hebräischen Namen, den einer der zwölf Söhne Jakobs gehabt hat. Sie? Simeon, ganz genau. Und wenn wir einmal nachschauen wollen, was Simeon bedeutet, dann können wir in 1. Mose 29 eine Antwort finden. 1. Mose 29 und dort Vers 33 muss es natürlich sein. Vers 33. Und sie wurde wieder schwanger und gab einen Sohn und sprach: "Weil der Herr gehört hat, dass ich verschmäht bin, so hat er mir auch diesen gegeben." Und sie gab ihm den Namen Simeon. Und Simeon bedeutet so viel wie Erhörung. Gott hat gehört. Es kommt von dem Wort hören. Was für ein passender Name in einer Serie, die heißt "Wenn Gott zweimal ruft". Simeon – Gott hört oder ich höre auf Gott, die Erhörung.

[3:01] Dieser Simon, von dem wir heute hören wollen, wuchs auf inmitten von Netzen, inmitten von Fischgestank. Er wuchs auf in einem Fischerdorf. Alle seine Nachbarn waren Fischer. Das Dorf selbst hieß Bethsaida und Bethsaida heißt übersetzt "das Haus der Fische". Er wuchs auf in einem Dorf, das hieß "das Haus der Fische". Alle seine Nachbarn waren auch Fischer und sein Vater hieß zu allem Überfluss auch noch Jona. Und Jona ist die alttestamentliche Geschichte, die zu tun hat mit einem Fisch. Und es war wohl kein großes Wunder, dass unter diesen Gegebenheiten er sich welchen Beruf ausgesucht hat: Ein Fischer. Er wurde ein Fischer und er lebte in einem Gebiet in Palästina, das man Galiläa nannte. Und Galiläa kommt vom Alten Testament vor, und zwar in Jesaja 8 und dort Vers 23. Jesaja 8, Vers 23. Dort heißt es: "Doch bleibt nicht im Dunkel das Land, das bedrängt ist, wie er in der ersten Zeit das Land Sebulon und das Land Naphtali im Ring gemachte. So wird er in der letzten Zeit den Weg am See zu Ehren bringen, jenseits des Jordan, das Gebiet der Heiden." Jetzt fragen Sie sich vielleicht: Ja, Moment mal, wo kommt jetzt Galiläa vor? Das hebräische Wort "Gebiet der Heiden" heißt übersetzt oder heißt im Hebräischen Gelil ha-Gojim. Und daraus leitet sich dann später das Galiläa ab. Das Gebiet der Heiden. Galiläa bedeutet "das Gebiet der Heiden". Wir können das noch besser verstehen, wenn wir sehen, wie dieser Vers Jesaja 8, Vers 23 im Neuen Testament zitiert wird. Und zwar in Matthäus 4, Vers 15. Matthäus 4 und dort Vers 15. Und da zitiert der Matthäus genau diesen Vers aus Jesaja 8, Vers 23: "das Gebiet der Heiden". Und hier in Matthäus 4, Vers 15 heißt es: "Das Land Sebulon und das Land Naphtali am Weg des Sees, gemeint ist der See Genezareth, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden." Das Gebiet der Heiden. Das heißt, Simon, von seinem Namen her, wird deutlich, seine Mutter, sein Vater müssen offensichtlich die Bibel gekannt haben. Sie müssen gläubig gewesen sein, denn sie nannten ihren Sohn in Anlehnung an einen der zwölf Patriarchen, in Anlehnung an einen der zwölf Stammesväter. Aber das Gebiet, in dem sie lebten, war längst nicht mehr rein israelitisch. Es war durchsetzt von vielen Heiden, von verschiedenenartigen Einflüssen und schon Jesaja hatte vorausgesehen, dass dies ein besonders finsteres Land sein würde, eine besonders finstere Umgebung. Dieser Simon ist also durch seine Tradition und seine Herkunft verbunden mit dem Glauben der Bibel, aber die Umstände sind äußerst düster in seiner Heimatstadt. Und das Leben eines Fischers ist nun auch mal kein Zuckerschlecken, oder? Ein rauer Mann und wie wir noch sehen werden, jemand, der besonders vorlaut gewesen ist. Simon, ein ganz gewöhnlicher Mann, der Unterschicht der einfachen Leute, kräftig, wahrscheinlich ein bisschen muskulös, immer ein Derbenspruch auf den Lippen und irgendwie irgendwo schon noch verbunden mit der Bibel, so traditionell. Er hatte einen Bruder und sein Bruder hieß Andreas. Andreas hat übrigens auch eine interessante Bedeutung. Andreas heißt "männlich, männlich". Nun, es ist interessant, einen Bruder zu haben, dessen Bedeutung "männlich" ist, oder? Und dieser Bruder Andreas spielt eine besondere Bedeutung im Leben des Johannes. Wir können mal einmal gemeinsam äh des Simon. Verzeihung. Wir gehen nach Johannes vielmehr. Johannes 1, in Johannes 1 und dort Vers 40. Johannes 1 und dort Vers 40. Johannes 1 und dort Vers 40. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und die nachgefolgt waren.

[8:04] Noch bevor Simon von irgendetwas mitbekommen hatte, war sein Bruder bereits informiert. Sein Bruder hatte da was gehört. Sein Bruder hatte einem Ruf gefolgt. Sein Bruder hatte eine Veranstaltung besucht, so wie Sie auch heute eine Veranstaltung besuchen oder zuschauen und hatte von einem Prediger etwas gehört. Was hatte Andreas gehört? Eine sehr einfache und doch ziemlich erstaunliche Botschaft. Die Botschaft, die dieser Andreas gehört hatte, ähm, wahrscheinlich nicht über den Livestream, denn den gab es noch nicht, aber durch einen Prediger war in Vers 29 gewesen: "Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt." Und Andreas hatte diese Botschaft gehört und hatte dann die Person gesehen, auf die dieser Prediger Johannes der Täufer gezeigt hatte und indem er noch einmal bekräftigte: "Siehe, das ist das Lamm, das die Sünden der Welt hinweg nimmt", hatte sich Andreas, der Bruder von Simon, dazu entschieden, mal diesen besonderen Menschen aufzusuchen. In Vers 37 lesen wir: "Die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach." Vers 38: "Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr?" Sie sprachen zu ihm: "Rabbi, das heißt übersetzt Lehrer, wo wohnst du?" Und es heißt dann, dass sie einen ganzen Tag mit Jesus verbracht haben. Wer von uns hat schon mal einen ganzen Tag mit Jesus verbracht? Offensichtlich nicht persönlich, nicht wahr? Aber so mal einen ganzen Tag sich nur für die Bibelzeit genommen. Ich meine, wir können das nicht immer, wir haben unser Studium, unser Beruf, unseren Alltag, aber wenn man sich mal wirklich einen ganzen Tag mit Jesus Zeit genommen hat, ist man so gefüllt, man kann gar nicht anders als irgendjemand davon erzählen, nicht wahr? Und so kommt Johannes zurück. Habe ich jetzt Johannes gesagt? Ich meinte allerdings, wen? Andreas, genau, Sie haben gut aufgepasst. Andreas. So kommt Andreas zurück nach Hause und sagt: "Du, du kannst dir nicht vorstellen, was ich erlebt habe." In Vers 40 heißt es: "Andreas, der Bruder..." In Vers 41: "...dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden." Jetzt, wir haben das wahrscheinlich schon oft gelesen, wir haben "den Messias gefunden", der Name Messias sagt uns einiges und wir sind bekannt damit, aber diese Aussage zu jener Zeit war eine Bombe. Wir müssen verstehen, dass es Prophezeiungen gab im Judentum aus Daniel 9, die vorhergesagt hatten, dass 490 Jahre ab einem bestimmten Datum, nämlich ab dem Datum Jerusalem wieder aufzubauen, weiß noch jemand aus der Frage- und Antwortzeit, welches Datum das war? 447 vor Christus, dass 490 Jahre später der Mashiach, der Messias kommen würde, der Gesalbte. Und so kann man sich vorstellen, dass viele Menschen damals, die auch nur ein bisschen der Bibel studiert haben, sich die Frage gestellt haben: Könnte das jetzt die Zeit nicht sein? Man konnte ungefähr zurückrechnen, wann Jerusalem wieder aufgebaut worden war und man wusste, jetzt um diese Zeit, irgendwer muss der Messias sein. Alle waren verrückt nach dem Messias, der, wie man meinte, kommen würde und endlich die Römer vertreiben würde. Den Messias finden, das war die Aufgabe von vielen verschiedenen Konfessionen und Gruppierungen und Kirchen innerhalb des Judentums. Und da kommt der Bruder von Simon und sagt: "Du, wir haben ihn gefunden. Wir haben die Antwort." Ist schon mal zu Ihnen, ist schon mal zu dir einer deiner engsten Verwandten gekommen und gesagt: "Ich habe die Antwort. Ich habe die Antwort." Gibt es jemanden, der zu Jesus gefunden hat, weil einer seiner Verwandten oder einer seiner besten Freunde ihn zu Jesus geführt hat? Unter uns? Da gibt es einige, oder? Können wir uns erinnern, wie das war, als zum ersten Mal jemand gesagt hat zu uns: "Ich habe die Antwort gefunden. Ich habe den Messias gefunden. Ich habe die Lösung für mein Leben gefunden." Vielleicht sind wir auch so ein Andreas gewesen und sind zu unserem Bruder oder zu unserer Schwester, zu unserem Vater, zu unserem Kind gegangen und haben gesagt: "Wir haben etwas gefunden. Das musst du auch haben." Übrigens, nur kleine Nebenbemerkungen. Wir sprechen heute über Simon und nicht über Andreas. Aber Andreas, einer der weniger bekannten Jünger in der Bibel, hat eine interessante Eigenschaft. Wenn ihr mal ein interessantes Studium machen wollt, schlagt eine Konkordanz auf und sucht alle Vorkommen von Andreas. Sind nicht viele, kann man in einer halben Stunde, 20 Minuten gemacht haben. Und jedes Mal, wenn Andreas in der Bibel vorkommt, hat er genau eine Sache zu tun. Er bringt immer eine Person zu Jesus. Es gibt andere Jünger, die stehen dann später da und predigen zu Zehntausenden. Aber Andreas bringt immer eine Person zu Jesus. Seinen Bruder oder dann später ein paar Griechen. Immer eine Person zu Jesus. Interessanter Punkt. Klammer zu.

[13:01] Nun, wir wissen nicht genau, was Simon gemacht hat, ob er gerade wieder Netz gepflegt hat, ob er die Fische sortiert hat, die Großen und die Kleinen oder wieder einen derben Witz gelassen hat. Plötzlich kommt der Andreas, tippt ihm auf die Schulter und sagt: "Du glaubst nicht, was ich gefunden habe. Ich habe den Messias gefunden, den auf den alle warten. Die Pharisäer und die Sadduzäer und die Zeloten und die Essener und all die großen Kirchen. Und ich habe ihn gefunden und noch eine andere Person." Aber Simon war nicht besonders kritisch und hat gesagt: "Naja, mein Bruder ist halt ein guter Bruder. Schauen wir uns einfach mal das Ganze selbst an." Ich kann mir vorstellen, dass es manche gegeben hätte unter uns, die gesagt haben: "Ja, ja, du schon wieder. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ausgerechnet du, du armseliger Fischer, so wie ich, dass ausgerechnet du den Messias gefunden hast, den all die anderen bisher noch nicht gefunden haben." Können wir uns vorstellen, dass wir vielleicht so reagiert hätten? Wenn unser Bruder, unsere Mutter, unser Onkel behauptet: "Ich habe die, ich habe die Lösung in der Bibel gefunden, nach der alle Kirchen bisher gesucht haben." Du? Aber Simon ist nicht so hochintellektuell, dass er das alles in Frage stellt. Simon ist ein Mann der Tat und Simon sagt: "Na gut, schaue ich mir selber an." Und er geht nun zu diesem Menschen.

[14:25] Vers 42: "Und er führte (also Andreas) führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen." Simon kommt wahrscheinlich mit Hände in den Hosentaschen und fragt: "Wer bist du?" Er kommt und möchte sehen, wer dieser Jesus ist. Aber bevor er auch nur sagen kann: "Hallo, ich bin der Petrus", er wird sagen: "Ich bin der Simon, ich bin hier der beste Fischer im Dorf." Bevor er noch ein Wort sagen kann, sagt Jesus ihm: "Du bist Simon, Sohn des Jona. Ab jetzt wirst du Kephas heißen." Noch bevor er sich vorstellen kann, noch bevor er irgendetwas über sich sagen kann, weiß Jesus schon alles. Er weiß, wie er heißt, er weiß, wo er herkommt. Er kennt seine ganze Geschichte. Noch bevor wir zum allerersten Mal zu Jesus gekommen sind, kannte Jesus alles von uns. Alles. Alle unsere Freuden, alle unsere peinlichen Situationen, die wir selbst gern vergessen würden, alle unsere Unfälle, die wir in unserem Leben gebaut haben, alle Sünden. Einfach alles. Er weiß es schon. Ich glaube, dem Simon stand wahrscheinlich die Kinnlade offen, oder? "Du kennst mich, du kennst mich." Aber nicht nur das. Nicht nur sagt Jesus: "Ich weiß alles von dir." Er sagt: "Ich gebe dir eine neue Identität. Du wirst Kephas heißen." Und Kephas heißt übersetzt "der Stein". Der wir später noch zu kommen. Wenn wir zu Jesus kommen, dürfen wir sicher sein, Jesus weiß alles. Es macht überhaupt keinen Sinn. Allein diese Geschichte beweist, es macht keinen Sinn, irgendetwas Jesus vorzuspielen. Macht keinen Sinn. Er weiß es sowieso. Er weiß es sowieso noch, bevor wir irgendwelche Entschuldigungen vorbringen können. Jesus weiß, wer du bist. Er weiß wahrscheinlich sogar noch mehr von dir als du selbst. Nicht nur wahrscheinlich, es ist so. Aber im gleichen Moment bietet Jesus dir eine neue Identität an. Du wirst Kephas heißen. Ich glaube, Simon, und ab jetzt kann ich auch Petrus sagen, denn das heißt, der Kephas war ganz schön baff. An diesem Menschen ist irgendetwas anders. Kein Mensch kennt mich so gut wie dieser Jesus und kein Mensch hat bisher geschafft, mir eine völlig neue Perspektive zu geben. Und so entscheidet er sich, neben seinem Beruf als Fischer, immer wieder auch Zeit zu verbringen mit Jesus. Immer mal wieder mit ihm zu gehen. Er wird eingeladen, mit ihm auf eine Hochzeit zu gehen. Er wird eingeladen, mit ihm nach Jerusalem zu gehen, zum Passafest. Und er erlebt die erstaunlichsten Dinge. Er erlebt, wie Jesus die Wechsel aus dem Tempel treibt. Er erlebt, wie Jesus Kranke heilt. Er erlebt, wie Jesus Wunder tut und ist immer mehr begeistert. Vielleicht können wir uns erinnern, wie das war am Anfang, als wir Jesus kennengelernt haben. Als wir gemerkt haben, Jesus kennt uns. Als wir gemerkt haben, Jesus gibt unserem Leben eine neue Richtung. Und als wir gemerkt haben, Jesus tut große Dinge. Können wir uns daran erinnern? Vielleicht ist es noch ganz frisch. Vielleicht ist es schon 50 Jahre her. Aber ich glaube, jeder von uns kann sich daran erinnern, wie es war, als wir die ersten Schritte mit Jesus gemacht haben. Noch unsicher, noch wackelig, aber mit Erstaunen.

[17:57] Einige Zeit später, über ein Jahr später, passiert etwas Interessantes. In Lukas 5 und dort ab Vers 1. "Es begab sich aber, als die Menge sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, dass er am See Genezareth stand und er sah zwei Schiffe am Ufer liegen. Die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen die Netze." Wieder einmal war Jesus auf Besuch da gewesen. Er hielt eine Predigt und während er eine Predigt hielt und aus Jesaja predigte vielleicht und aus Daniel und ich weiß nicht woher sonst noch, saß Simon daneben und wusch sein Netz. Ich war und hörte so zu, interessiert. Ja, das ist einer, das ist mein Lehrer, nicht wahr? Der Jesus. Es heißt dann in Vers 3: "Der stieg in eines der Schiffe, das wem gehörte? Das Simon gehörte und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren und er setzte und lehrte die Volksmenge vom Schiff." Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: "Fahre hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze zu einem Fang hinunter." Jesus, ist ja alles schön und gut. Du bist ein Meister darin, Jesaja auszulegen. Niemand kann die Prophezeiung von Maleachi und Jesaja so wunderbar erklären wie du. Und wie du Wunder tust und Menschen heilst und ihnen Hoffnung gibst, das ist wirklich fantastisch. Aber Jesus, ich bin Fischer. Du bist allerhöchstens Zimmermann. Ich habe Ahnung, wie man Fische fängt. Jesus, fuscht mir nicht ins Handwerk, okay? Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen. Aber in einem Moment kommt in den Gedanken: Jesus weiß alles. Auf deinen Worten, auf deinen Worten will ich das Netz auswerfen. Es macht keinen Sinn. Können wir uns vorstellen, was für eine Erniedrigung für den Stolz des Petrus, für den Stolz des Simon gewesen ist, etwas zu tun, was völlig gegen alles ist, was er selbst gelernt hat? Ein Beispiel. Für mich als jemand, der von Biologie keine Ahnung hat, ist es einfach, 1. Mose 1 zu lesen, oder? Steht da, Gott sprach, es geschah. Für jemanden, der Biologie studiert hat, ist es schon eine größere Hürde, oder? Es gibt manchmal Momente in unserem Leben, da bedeutet es, Jesus zu folgen, genau gegen das zu gehen, was ich gelernt habe, von dem ich überzeugt bin und von dem ich genau weiß oder glaube zu wissen, das ist das Richtige. Es ist wunderbar, Jesus zu folgen, wenn er einfach Menschen heilt und große Dinge tut, aber manchmal sagt er: "Tu genau das." Und ich stelle fest, was Jesus von mir verlangt, ist genau das Gegenteil von dem, was ich für richtig finde und was ich bisher immer verteidigt habe und so, wie ich es gelernt habe. Ich bin ja der Meister, oder? Gegen die Logik. Ganz genau.

[21:09] Verse 6: "Und als sie das getan hatten, fingen sie eine große Menge Fische und ihr Netz begann zu reißen. Da winkten sie den Gefährten, die in anderen Schiffen waren, dass sie kommen und ihnen helfen sollten und sie kamen und füllten beide Schiffe, sodass sie zu sinken begannen." Wow. Als aber Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: "Herr, geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch." Als Petrus sah, was Gott kann und als er sah, wie wenig er sich auf seinen eigenen Verstand verlassen kann, fiel er auf seine Knie. Das ist so interessant, denn er fällt auf seine Knie. Was bedeutet: Ich liebe dich, ja, ich bete dich an und gleichzeitig sagt er: "Geh weg von mir." Und es scheint fast so zu sein, als würde ihn, ich stelle mir das im Geiste so vor, wie er sagt: "Geh weg von mir" und hält ihn gleichzeitig fest an seinen Knien. "Ich bin ein sündiger Mensch." Petrus erkennt, dass er sich nicht auf sich selbst verlassen kann. War das ein Fortschritt im geistlichen Sinne für diesen Simon? Ein Fortschritt, eine echte Bekehrung und Jesus hat einen Ruf an ihn.

[22:39] In Vers 11 heißt es und Jesus. Verzeihung, Vers 10. "Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht. Von nun an sollst du Menschen fangen." Und sie brachten die Schiffe ans Land, verließen, wie viel? Sie verließen alles und folgten ihm nach. Manchmal haben wir das gelesen und denken, Jesus kommt da einfach an den See, geht hin, sieht da vier Jungs und sagt: "Folgt mir nach." Nein, es waren Menschen, die schon über ein Jahr Jesus kannten, immer mit ihm gearbeitet haben, aber immer noch nebenbei ihre Fischarbeit gemacht haben. Bis Jesus zu dem Punkt kommt und sagt: "Weißt du was? Auch von der Fischerei habe ich mehr Ahnung als du. Und das, was du als Fischer kannst, könntest du noch viel besser im Werk Gottes tun. Und ich rufe dich. Ich rufe dich." Und sie verließen alles. Ein Fortschritt, ein Fortschritt. Sehen wir, wie Schritt für Schritt Simon immer mehr Schritte aufwärts tut? Aber nicht nur das.

[23:42] In Markus 1, übrigens, das ist ein sehr, sehr tröstlicher Punkt jetzt, in Markus 1 und dort Vers 29, da heißt es: "Und sogleich verließen sie die Synagoge und gingen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas." Das ist jetzt nach diesem Ruf, nachdem Jesus ihm gesagt hat: "Verlass alles und folge mir nach." Simon hat alles verlassen, hat alles stehen und liegen lassen und hat sein ganzes Leben Jesus gewidmet. Aber weil er das getan hat, kam er trotzdem mit Jesus immer wieder nach Hause. Wir müssen uns das nicht so vorstellen, dass wenn ich alles Jesus übergebe und alles ihm auf den Altar lege, dass ich dann für immer getrennt bin von meinen Lieben. Nicht wahr? Sondern Jesus bringt mich wieder nach Hause, immer dann, wenn es notwendig ist. In diesem Fall war die Schwiegermutter krank und es heißt dann im Rest der Geschichte, wir können das dann zu Hause lesen, dass Jesus sie geheilt hat. Das heißt, Jesus zeigt dem Simon Schritt für Schritt, was es bedeutet, ihm zu vertrauen. Zunächst erstmal auf wackeligen Füßen und dann immer mehr und immer mehr und immer mehr. Und dann kommt der nächste Schritt.

[25:21] In Matthäus 10, Vers 1. In Matthäus 10 und dort Vers 1 heißt es: Matthäus 10, Vers 1. "Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas." Und dann geht die ganze Liste. Und ich habe nachgeschaut, in jedem Evangelium steht Simon als Erster. In jedem. Es scheint so zu sein, dass von Anfang an Simon eine besondere Rolle unter den Aposteln gespielt hat. Er war von Anfang an, stand er in allen Listen als der Erste. Simon hat alles aufgegeben und Simon wurde von Jesus sehr geehrt. Ist es ein Fortschritt auf der Leiter, der geistlichen Leiter, Apostel zu werden für Jesus? Also halten wir fest, was bisher passiert ist. Er ist ein rauer Fischer. Er hört von Jesus. Er kommt zu Jesus. Jesus gibt ihm eine neue Identität. Er folgt Jesus ab und zu nach. Dann folgt er Jesus vollständig nach und dann beruft Jesus ihn zu einem wichtigen, großen Amt. Schritt für Schritt macht er Fortschritte im Leben, im geistlichen Leben. Simon ist auf einem guten Weg, auf einem sehr, sehr guten Weg.

[27:01] Und manchmal, wenn wir so auf einem guten Weg sind und Schritt für Schritt vorangehen, dann testet uns Gott, oder? Er möchte sehen, ist dein Glaube belastbar? Ist er vorbereitet auch auf die Krisen des Lebens? Und Jesus erlaubt jetzt, dass auch der Simon in so eine Situation kommt mit den anderen Jüngern. Wir lesen das in Johannes 6 und wir gehen hier in diesem Studium recht chronologisch vor. In Johannes 6, das ist wiederum ungefähr ein Jahr nach seiner Berufung zum Vollzeitmissionar. Johannes 6. Da passiert es, dass Jesus vor tausenden von Menschen predigt. Tausenden von Menschen. Und eine Predigt hält, die so gut ist, dass circa 98,9 Prozent den Raum verlassen. So biblisch, so geisterfüllt, dass die meisten es nicht ertragen können.

[27:59] Vers 60: "Viele von nun, von seinen Jüngern, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede. Wer kann sie hören?" Vers 64: "Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben." Denn Jesus wusste von Anfang, wer die waren, die nicht glaubten und wer ihn verraten würde. Vers 65: "Er sprach: Darum habe ich euch gesagt, niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben." Vers 66: "Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm." Wenn jetzt in diesem Moment einige hier aufstehen würden, würden sagen: "Was für ein harter Vortrag, was für eine furchtbare Rede" und würden wutentbrannt hinauslaufen und du allein würdest sitzen bleiben. Würdest du bleiben? Nun, ich möchte mich nicht mit Jesus vergleichen, okay, aber wir können uns das Bild vorstellen, wenn alle, die vorher noch ganz interessiert waren, plötzlich dagegen sind und schimpfen und meckern und weglaufen. Wenn sich tausende wie eine Horde in Bewegung setzen und du alleine übrig bleibst mit so zwei, drei, vier, fünf, sechs anderen Hanseln, dann erfordert das echte Überzeugung, oder? Echte Überzeugung. Und Jesus stellt ihm eine Frage, dem Simon und seinen Freunden. Er sagt zu ihnen, Vers 67: "Wollt ihr nicht auch weggehen?" Hier ist die Tür. Wollt ihr gehen? Wie wäre das, wenn Jesus zu dir sagt: "Möchtest du mich wieder verlassen? Du kannst gehen. Möchtest du? Schau, die meisten Menschen verlassen mich wieder. Die meisten Menschen sind zwar interessiert, wenn es ihnen gut geht, aber wenn es ihnen schlecht geht, verlassen sie mich wieder. Wenn die Botschaft, die sie hören, ihnen schmeichelt, sind sie interessiert. Wenn einer ihrer Götzen angesprochen wird, gehen sie wieder zurück. Wenn die Botschaft ihre versteckten Sünden aufdeckt, dann ziehen sie sich zurück. Du kannst auch gehen. Möchtest du? Möchtest du gehen?"

[30:10] Aber Simon sagt in Vers 68: "Da antwortet ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens." Ich habe alles aufgegeben. Wir sind Schritt für Schritt dir gefolgt. Du hast Worte ewigen Lebens und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, selbst als ihn fast alle verlassen. Kann Simon sagen: "Wir haben geglaubt und erkannt, wir wissen nicht, zu wem wir gehen sollen. Du hast Worte des ewigen Lebens. Was du zu uns gesagt hast, das ist wichtiger als die Meinung der ganzen Welt." Kannst du heute, wenn Jesus dich heute fragen würde: "Könntest du sagen, das, was Jesus mir in seinem Wort gezeigt hat, ist mir wichtiger als alles andere in der Welt?" Könntest du das sagen? Das war das geistliche Niveau, das Simon erreicht hat. Er konnte sagen: "Alles in der Welt ist mir egal. Die Worte, die du hast und wenn ich meine besten Freunde verliere, die Worte, die du hast, sind mir so wertvoll. Ich bleibe bei dir." Gruppendruck hin oder Gruppendruck her. War das ein geistlicher Fortschritt? Ein enormer geistlicher Fortschritt. Simon war geistlich immer besser und besser unterwegs.

[31:40] Und dann, dann kommt der große Moment. Matthäus 16, und dort ab Vers 13. Matthäus 16 und dort ab Vers 13. Und das ist jetzt ungefähr ein halbes bis ein Dreivierteljahr vor der Kreuzigung. "Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen?" Sie sprachen: "Etliche für Johannes den Täufer, andere für Elia, noch andere für Jeremia oder einen der Propheten." Da spricht er zu ihnen: "Ihr aber, für wen haltet ihr mich?" Und Simon ist so begeistert. Simon ist so begeistert von Jesus und er platzt damit heraus: "Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." Jesus guckt ihn an mit großen Augen und sagt: "Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona." Wann hat Jesus das letzte Mal Simon, Sohn des Jona gesagt? Beim Kennenlernen, da hat er gesagt: "Du bist Simon, Sohn des Jona und ich werde dich Kephas nennen." Und jetzt sagt er zu ihm, nachdem Simon über die Jahre hinweg einen positiven Schritt nach dem anderen gemacht hat, immer weiter gewachsen ist im Glauben, sagt er zu ihm: "Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona. Denn Fleisch und Blut (das heißt, Fleisch und Blut steht für Menschen, nicht wahr?) kein Mensch hat es erklärt. Das hast du nicht auf einer Pharisäerschule gelernt. Das hast du nicht im theologischen Programm gelernt. Das ist dir nicht in der Schule erzählt worden. Das hat dir wirklich der Heilige Geist gezeigt." Ist das, was du von Jesus glaubst, ist das wirklich das, was Gott dir gezeigt hat? Oder ist es nur das, was du von einem Prediger gelernt hast? Was dir erzählt worden ist in der Kindersabbatsschule? Ist dir das, was du von Jesus glaubst, von Fleisch und Blut offenbart worden oder wirklich von Gott? Jesus konnte mit gutem Gewissen dem Simon sagen: "Was du glaubst, dein Glaubensbekenntnis, deine Hoffnung gründet sich wirklich auf eine echte Erfahrung mit Gott. In dem, was du gesagt hast, denkst du nicht menschlich, sondern so wie Gott."

[34:11] Vers 18: "Und ich sage dir auch, du bist Petrus." Wir sehen die Parallelität. Am Anfang seiner Berufung: "Du bist Simon, Sohn des Jona. Ich will dich Kephas nennen." Jetzt auf dem Höhepunkt seiner geistlichen Entwicklung sagt er zu ihm: "Du bist Simon, Sohn des Jona, aber du bist Petrus." Und Petrus heißt nochmal was? Nicht Fels, Stein. Und zwar ein kleiner Stein. Ein kleiner Stein. Ein Kieselstein. Aber ein Stein. "Du bist Petrus und jetzt kommst und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen." Jetzt das Wort, das dort steht, ist nicht Petrus, sondern Petra. Es ist nicht die weibliche Form von Petrus, sondern mein tatsächlich Felsen. Jesus sagt: "Du bist Petrus und auf diesen Petra will ich meine Gemeinde bauen. Du bist der Stein, der Kieselstein und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen." Jetzt, welchen Felsen hatte Jesus im Hinterkopf? Welchen Felsen? Wer ist der Felsen? Jesus, definitiv. Wir können das anschauen in 1. Korinther 10. Ganz kurz. 1. Korinther 10 und dort Vers 4. Es heißt in 1. Korinther 10, Vers 4: "Denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus." Halten wir fest. Jesus sagt: "Du bist Petrus und auf diesen Petra." Und übrigens, hier in 1. Korinther 10 steht das gleiche Wort Petra. Es steht genau das gleiche Wort wie in Matthäus 16, auf diesen Petra, auf das Bekenntnis des Christus.

[36:03] Nun gehen wir zurück zu Matthäus 16 und beobachten etwas sehr, sehr Spannendes. Jesus sagt zu ihm: "Du bist Petrus." Vers 18: "Und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen." Und jetzt schaut in Vers 21: "Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten, den obersten Priestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse." Bis zu diesem Zeitpunkt hat Petrus eine geistliche Entwicklung gemacht, die immer weiter nach oben geht, oben, oben, oben, oben. Und ab dem Zeitpunkt, als Jesus sich sicher sein konnte, dass er wirklich eine lebendige Beziehung zu Jesus hat, hat er gesagt: "Okay, jetzt seid ihr bereit. Jetzt kann ich es euch sagen. Die Hoffnung, die ihr habt, es kommt eine Krise, eine echte Krise, eine wirklich enorme Krise. Jetzt seid ihr bereit. Ich kann es euch sagen. Eine Krise kommt auf euch zu."

[37:03] Vers 22: "Da nahm Petrus ihn beiseite, fing an, ihn zu wehren und sprach: Herr, schone dich selbst, das widerfahre dir nur nicht." Moment mal, Jesus, bist du dir sicher, was du gesagt hast? Ich kann mir vorstellen, wie Petrus: "Jesus, das muss dir unbedingt passieren, nicht wahr? Jesus, wir haben dich so lieb, wir passen schon auf dich auf, wir sind starke Fischer, nicht wahr? Schone dich, das widerfahre dir nichts." Was jetzt passiert, ist eine der interessantesten Satzstellungen im ganzen Neuen Testament. Da nahm Petrus ihn beiseite, nicht wahr? Das heißt, Jesus nimmt ihn beiseite, er nimmt ihn von den Jüngern hinweg und sagt: "Du, Jesus, du pass mal auf, muss nicht unbedingt sein, wir passen auf dich auf." Und dann sagt die Bibel in Vers 23: "Er (Jesus), der ihm zuhört, wandte sich um." Und es heißt weiter: "Und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan." Petrus nimmt ihn, Jesus, beiseite, schaut ihn an. "Jesus, das widerfahre dir nur nicht." Jesus guckt ihn an, dreht sich um, dreht ihm den Rücken zu und spricht zu ihm, aber in die andere Richtung: "Satan, weiche von mir, Satan. Denn du denkst nicht menschlich, denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich." Können wir uns vorstellen, wie es Petrus ging in dem Moment? Er nimmt Jesus beiseite, seinen geliebten Lehrer. "Das widerfahre dir nur nicht." Jesus dreht sich um, schaut in die andere Richtung und sagt: "Weiche von mir, Satan." Wie hätten wir uns gefühlt in diesem Moment? Ich wollte nur was Gutes dir, Jesus, sagen. Ich wollte dir nur helfen. Aber Jesus guckt mich nicht mal an. Er guckt in die andere Richtung und mir wird als Simon offensichtlich deutlich: "Hey, Moment mal, ich habe was gesagt, das war gerade eine ganz große Katastrophe." Aber Jesus schaut nicht direkt zu mir und sagt: "Weiche, Satan", sondern er schaut genau in die andere Richtung und mir wird deutlich, da ist jemand anders, der mich gerade benutzt hat, nämlich Satan. Weil ich nämlich nicht wie eben gerade noch göttlich gedacht habe, sondern einfach plötzlich menschlich. In dem Moment, wo er seinen höchsten geistlichen Punkt erreicht, fängt er an, nicht weiter geistlich zu denken, sondern menschlich und das benutzt Satan, um den ersten Stich zu setzen. Aber als Petrus dort steht, Jesus neben ihm und Jesus schaut in die andere Richtung, da wird ihm auch deutlich: Zwischen Satan und mir steht noch jemand, oder? Da steht Jesus, der steht noch da und er schaut in die andere Richtung und sagt: "Weiche, Satan, lass meinen Petrus in Ruhe, weiche, lass ihn in Ruhe." Und ich glaube, Petrus hat ein bisschen gezittert. Eben gerade noch das große Bekenntnis gegeben, eben gerade noch von Jesus gelobt und plötzlich, nur eine Sekunde später, ein Instrument des Satans. Könnte es sein, dass wir, meine ich mal, himmelhoch jauchzend mit Gott im Reinen sind und im nächsten Moment etwas für Satan tun, ohne es zu wissen, weil wir nicht göttlich denken, sondern menschlich? Jesus versucht, ihm deutlich zu machen: "Petrus, du verstehst noch nicht die Prophetie."

[40:44] Kapitel 17. "Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus, den Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verklärt und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihm Mose und Elia, die redeten mit ihm." Können wir uns das vorstellen? Dieser arme Fischer dort auf dem Berg und plötzlich sein Lehrer verwandelt sich in gleiches helles Licht. Und die Bibel macht deutlich, dass diese Verwandlung ein Vorschatten von dem war, wie Jesus in Herrlichkeit wiederkommen wird. Und dann kommen da Mose und Elia leibhaftig und reden. Und Petrus steht da und ihm fällt nichts ein, was er sagen sollte. Und dann beginnt er etwas zu sagen, wie: "Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, so lasst uns hier drei Hütten bauen. Dir eine, Mose eine und Elia eine." Er weiß gar nicht, was er sagen soll und labert gutdeutsch irgendetwas, was zur Situation überhaupt nicht passt. Denn Mose und Elia brauchen keine Hütten auf dem Berg. Sie haben ein wunderbares Haus dort oben in Neu-Jerusalem. Sie brauchen keine Hütte auf dem Berg. Simon ist mit der Situation völlig überfordert. Er versteht die Helligkeit Gottes nicht. In Matthäus 16 versteht er die Prophetie nicht. In Matthäus 17 versteht er die Helligkeit Gottes nichts. Sind das Fortschritte oder Rückschritte? Kleine, aber feine Rückschritte. Kleine, aber feine Rückschritte.

[42:42] Nun, Johannes 13, einige Monate später. Das Passa steht an. Das vierte Passa mit Jesus. Johannes 13 und dort ab Vers 4. Sie sitzen alle am Tisch, warten, dass das Passalamm gebracht wird und dann passiert etwas, was sich Petrus überhaupt nicht erklären kann. Jesus, heißt es in Vers 4, stand formal auf, legte sein Obergewand ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darauf goss er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war. Simon sitzt dort und sieht, wie der berühmte Rabbi, der Lehrer, der so viel diskutiert ist, zu dem sie stehen wie eine Eiche, der fängt an, die niedrigste Sklavenarbeit zu tun und er wäscht dem Andreas die Füße und dem Johannes und dem Zebedäus und all den verschiedenen Jüngern. Simon fragt sich: "Was soll denn das? Das passt doch gar nicht zu einem König, der in wenigen Tagen zum großen König von ganz Judäa gekrönt wird und die Römer aus dem Land treibt." Jesus, so nicht.

[44:01] Vers 6: "Da kommt er zu Simon Petrus und dieser spricht zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße?" Jesus antwortete und sprach zu ihm: "Was ich tue, verstehst du jetzt nicht, du wirst es aber danach erkennen." Petrus sagt: "Okay, alles klar, auf keinen Fall sollst du mir die Füße waschen." Jesus antwortet ihm: "Wenn ich dich nicht wasche, hast du keine Gemeinschaft mit mir." Es scheint so zu sein, wie jetzt von einer Geschichte zur nächsten Petrus immer weniger von Jesus versteht, immer weniger göttlich denkt und immer mehr menschlich denkt.

[44:43] Nun gut, Jesus, wenn es darum geht, dass ich Gemeinschaft mit dir habe, dann lass mich doch ganz waschen. Warum nur die Füße? Dann 100 Prozent. Vers 9: "Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt." Jesus spricht zu ihm: "Nein, wer gebadet ist, hat es nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füße, sondern er ist ganz rein und ihr seid rein, aber nicht alle." Es scheint so zu sein, dass Jesus immer mehr beobachtet, wie Petrus, nachdem er so viele Schritte aufwärts gemacht hat im Glauben, Schritt für Schritt sich immer weiter von Jesus entfernt, ohne dass es ihm wirklich bewusst ist, lange, lange bevor er die erste Verleugnung ausspricht. Meistens denken wir von Petrus: Naja, der war einfach nur ein bisschen spontan, hat immer drauf losgeplappert, aber war immer ein guter Kerl und er hatte einmal diesen Fehler gemacht. In Wirklichkeit hat er eine lange Entwicklung, die positiv war und an einem bestimmten Punkt, ab dem Punkt, wo Jesus ihm sagt: "Du bist Petrus und auf diesen Petra will ich meine Gemeinde bauen", fängt er an, menschlich zu denken und nicht mehr so wie Jesus. Immer mehr, von einer Geschichte zur nächsten. Könnte es sein, Frage: Könnte es sein, dass Jesus diesen Satz: "Du bist Petra, du bist Petrus und auf diesen Petra will ich meine Gemeinde bauen", könnte es sein, dass er das falsch verstanden hat und dass ab diesem Zeitpunkt, wo er gehört hat: "Auf diesem Felsen will ich meine Gemeinde bauen", dass er sich ein klein wenig selbst überschätzt hat und geglaubt hat, er ist der Fels, er muss auf Jesus aufpassen. Denn ab genau ab diesem Zeitpunkt fängt er an, menschlich zu denken und nicht mehr göttlich. Schritt für Schritt, Schritt für Schritt. Könnte es sein, dass manchmal wir in unserem Leben so viel Dinge mit Gott erleben, so wunderbar gesegnet werden, dass wir irgendwann es für eine Selbstverständlichkeit erachten? Ja, dass wir vielleicht so weit gehen, dass wir glauben, ohne uns läuft nichts im Werk Gottes. Ohne uns läuft nichts in der Gemeinde. Wir sind absolut notwendig. Und dann kann schon vorkommen, dass wir Jesus korrigieren, oder? Dass wir sagen: "Die Bibel ist schon ein schönes, gutes Buch, aber wenn wir es wirklich richtig machen wollen, müssen wir es ein bisschen anders machen." Genau das ist die Einstellung von Simon Petrus. Ab diesem Zeitpunkt. Könnte es sein, dass er sich ein bisschen zu wichtig nahm ab Matthäus 16 und Schritt für Schritt, Punkt für Punkt sich etwas von Jesus entfernt hat. Ohne es zu merken.

[47:24] Johannes 13, Vers 36. "Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wohin gehst du?" Jesus antwortet ihm: "Wohin ich gehe? Dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen." Petrus spricht zu ihm: "Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich lassen." Jesus antwortet ihm: "Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast." Du willst dein Leben lassen? Manchmal, da sind wir so begeistert von unserem eigenen Glauben, oder? Da glauben wir, wir sind so tolle Christen. Wir sind vorbereitet auf die Krise, oder? Lass die Krise kommen. Lass die Endzeitereignisse kommen. Wir sind vorbereitet. Wir wissen, was passiert. Und wir haben die Kontrolle. Kein Problem. Jesus sagt: "Bist du sicher, du willst dein Leben lassen?" Jesus fragt dich heute: "Bist du dir sicher, dass du so gut vorbereitet bist? Stehst du wirklich so sicher, wie du dich selbst einschätzt? Stehst du so sicher?"

[48:51] In Matthäus 26 wird die gleiche Geschichte geschildert. Matthäus 26 und dort Vers 31 bis 35. Jesus versucht, es ihnen aus der Bibel zu erklären. Er sagt: "Ihr werdet in dieser Nacht alle an mir Anstoß nehmen, denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. Aber nachdem ich auferweckt worden bin, will ich euch nach Galiläa vorangehen." Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: "Wenn auch alle an dir Anstoß nehmen, so werde doch ich niemals Anstoß nehmen. Niemals." Und wenn sie alle abfallen werden am Ende der Zeit, wenn sie alle das Mahlzeichen des Tieres annehmen werden, ich werde es niemals tun. Ich weiß ja, worum es geht. Ich habe eine lebendige Beziehung zu Gott, hat er mir doch selbst offenbart. Mir kann das nicht passieren. Niemals. Weil ich bin so fest in der Bibel. Mit all dem, was ich weiß.

[50:01] In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." Petrus spricht zu ihm: "Und wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen." Ebenso sprachen auch alle Jünger.

[50:08] Kommen wir jetzt zu Lukas 22. Die gleiche Geschichte, noch mal aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Lukas 22 und dort Vers 31. Jesus schaut diesen selbstsicheren, geistlichen, vermeintlichen Muskelprotz Simon an und sagt: Lukas 22, Vers 31: "Er sprach aber daher: Simon, Simon. Simon, Simon. Siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen."

[50:50] Jetzt, das ist eine erstaunliche Aussage. Wer von uns hat schon irgendwann mal etwas begehrt? Schon mal was begehrt? Schon mal was begehrt, wo gesagt: "Das will ich unbedingt haben." Dieses Auto oder dieses Haus oder vielleicht auch nur diese Süßigkeit. Ich will sie unbedingt haben. Und wenn es, wenn ich es nicht rechtlich kriege, auf rechtem Wege, dann finde ich irgendeinen Weg, um irgendwann da ranzukommen. Ich will es unbedingt haben. Satan hat euch begehrt. Satan steht vor euch und sagt: "Den Simon, den Simon. Wenn ich nur irgendwie den Simon kriegen könnte. Ich würde alles dafür geben, um den Simon in meine Gewalt zu kriegen." Es ist nicht so, dass der Satan durch die Welt geht und sagt: "Ach, es ist noch ein Christ, na ja, vielleicht schaffe ich den noch. Ich habe so viel zu tun, na ja, vielleicht kriege ich den noch." Nein, Satan schaut, wer bezieht sich auf Jesus, wer bekennt sich zu Jesus und sagt: "Genau dich. Ich gebe alles, was ich habe, um dich auf meine Seite zu kriegen. Ich begehre dich." Es ist nicht einfach nur so, dass der Satan uns hasst und einfach nur töten will. Er möchte so dringend, dass wir auf seine Seite kommen. Ist uns das bewusst? Ist uns bewusst, dass der Satan uns begehrt? Und wenn jemand etwas begehrt, kann er nichts anderes mehr denken, oder? Er kann an nichts anderes mehr denken. Wenn jemand unbedingt ein neues Auto haben will, es muss genau dieses Modell sein, diese Marke, diese Farbe, dann denkt er an keine andere Automarke, oder? Er denkt nur noch an das eine. Egal, ob er isst, ob er Zähne putzt oder schläft, er träumt davon. Satan denkt nur an bekenntliche Christen. Er träumt sogar von ihnen, wenn er schlafen würde. Er will sie haben.

[52:36] Simon, Simon, erkennst du nicht, in welcher Gefahr du stehst? Simon, Simon. Was heißt Simon nochmal? Nein, das ist Petrus. Hören. Simon, Simon. Höre. Höre. Hör mir zu, Simon. Verstehst du es nicht? Nein. Wenn dich alle verlassen. Mit solch einer Aussage: "Wenn dich alle verlassen, ich werde dich niemals verlassen. Ich bin der Stärkste. Ich werde auf jeden Fall bei dir stehen bleiben." Mit dieser Aussage, glaube ich ganz fest, hat der Petrus den Satan versucht. Wenn wir sagen: "Ich stehe so fest, ich werde niemals fallen", dann ist das sozusagen zu sagen: "Satan, hier bin ich. Bitte komm zu mir. Hier, rotes Licht. Hier bin ich. Bitte versuche mich. Ich bin der Stärkste. Ich bin der Beste." Satan weiß genau, das ist die Person, auf die ich gewartet habe. Alles klar. Simon, du willst einen Kampf? Du kriegst einen Kampf. Du kriegst einen.

[53:40] Es heißt weiter in Vers 34, aber es sprach. Vers 32: "Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre und wenn du einst umgekehrt bist, so stärker deine Brüder." Das Wort heißt hier: "Wenn du dich einst bekehrst." Simon, du bist jetzt schon an einem Punkt angelangt, wo du nicht mehr bekehrt bist. Der gleiche Simon, zu dem Gott einmal, zu dem Jesus einmal gesagt hat: "Du hast, hast ein Bekenntnis abgelegt, das Gott dir offenbart hat." Der Simon, der einmal so hoch geistlich auf seinem Niveau gewesen ist, ist jetzt schon vor der Verleugnung so weit von Jesus entfernt, dass Jesus ihm sagt: "Wenn du dich einmal bekehrst." Es ist nicht so, dass Simon die ganze Zeit auf einem geistlichen Hoch war, einmal gefallen ist, sondern er hat sich über Wochen, über Monate geistlich von Jesus entfernt, bis er über das Stoppschild gegangen war schon. Er war schon unbekehrt, bevor er geleugnet hat. Lange bevor wir die offensichtliche Sünde tun, haben wir uns schon über einen längeren Zeitraum von Jesus Schritt für Schritt entfernt. Ist das die Wahrheit oder habe ich recht? Lange bevor wir die echte schlimme Katastrophensünde tun, haben wir uns vorher schrittweise von Jesus entfernt. Und das ist das Problem. Simon, Simon. Jesus versucht, sich darauf vorzubereiten. Ihre einzige Antwort ist im Vers 38: "Sie sprachen: Siehe, Herr, hier sind zwei Schwerter." Er sprach zu ihnen: "Es ist genug." Kommt. Es macht keinen Sinn, weiter mit euch darüber zu reden. Ihr hört mir nicht zu. Eine Krise kommt und ihr seid nicht vorbereitet. Aber Jesus betet für dich. Er betet für dich, selbst dann, wenn du nicht bekehrt bist. Er betet für dich, selbst dann, wenn du dich auf dem Weg in die falsche Richtung befindest. Er betet für dich und er hofft auf dich.

[55:40] Gehen wir zu Markus 14, Vers 32. Markus 14, Vers 32. Einige Stunden später findet sich Simon Petrus in einem Garten nieder, der heißt Gethsemane. Weiß noch jemand, was Gethsemane heißt? Die Ölpresse, nicht wahr? "Und sie kommen zu einem Grundstück namens Gethsemane und er spricht zu seinen Jüngern: Setzt euch hierhin, bis ich gebetet habe. Und er nahm Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und er fing an zu erschrecken und ihm graute sehr. Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist tief betrübt bis zum Tod. Bleibt hier und wacht." Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorübergeht. Vers 37. Vers 36: "Und er sprach: Aber Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir, doch nicht, was ich will, sondern was du willst." Jesus dachte göttlich und nicht menschlich. Und jetzt lesen wir gemeinsam sehr aufmerksam Vers 37: "Und er kommt, findet wen schlafend? Sie, alle. Alle Jünger, die dort im Garten Gethsemane sind, sie schlafen alle. Und was sagt Jesus jetzt? Sagt er zu allen: "Ihr alle, warum schlaft ihr?" Zu wem spricht er? Zu Simon. Warum spricht er zu Petrus? Warum, wenn er alle schlafen findet, warum kommt er zu Petrus und sagt: "Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine Stunde wachen? Du, der du gesagt hast, ich werde dich niemals verlassen." Die Krise ist noch gar nicht da. Da hast du mich schon verlassen. Konntest du, der du so selbstsicher gesagt hast, ich werde dich niemals verlassen. Konntest du, Simon, Simon, nicht eine Stunde mit mir wachen?" Wisst ihr, wir reden immer von den großen Krisen der Endzeit, die auf uns kommen werden. Und sind uns sicher, wir werden vor den Königen der Welt aussagen. Wir werden die Bibel zitieren, wir werden Menschen bekehren zu Hunderten und zu Tausenden. Aber wenn uns die Müdigkeit überfällt am Abend und wir eigentlich Andacht machen sollten, oder wenn am Arbeitsplatz etwas Schlechtes gesagt wird und wir mitlachen, oder so die kleinen Sünden im Alltag uns übermannen, da können wir schon nicht zu Gott stehen. Und Jesus sagt zu uns: "Simon, Simon, konntest du, der so hohe Bekenntnisse hast, nicht im Alltag, jetzt vor der Krise mit mir eine Stunde wachen? Wie würdest du auf die Krise vorbereitet sein?"

[58:26] Und dann kommt es nur Minuten später in Lukas 22 kommt eine Horde von Soldaten mit Fackeln marschiert durch den Garten und einer führt sie an, den Simon nur allzu gut kennt, nämlich Judas. Lukas 22 Vers 47: "Während er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar und der, welcher Judas hieß, einer der Zwölf, ging vor ihnen her und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen." Jesus aber sprach zu ihm: "Judas, verrätst du den Sohn des Menschen mit einem Kuss?" Und können wir uns vorstellen, wie sich die Jünger gefühlt haben, allesamt? Johannes, Andreas, die Donnersöhne, nicht wahr? Jakobus, wie kann der unser ehemaliger Freund ihn verraten? Können wir uns die Wut vorstellen, die hochstieg in ihn und sie hatten ja Schwerter dabei. Wie können? Jesus, schau dir das an. Und so sagen sie in Vers 49: "Als nun seine Begleiter sahen, was da geschehen sollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert reinschlagen?" Ich stelle mir vor, wie alle Jünger dort standen mit gezücktem Schwert und drehen sich zu Judas und gucken nochmal zu Jesus. "Jesus, sollen wir reinschlagen? Dürfen wir? Gib uns die Erlaubnis. Wir möchten dich beschützen. Wir möchten uns wehren. Dürfen wir reinschlagen?" Und sie gucken zu Jesus, warten auf die Antwort, aber einer schlägt zu. Einer schlägt zu, ohne die Antwort abgewartet zu haben.

[59:58] Vers 50: "Und einer von ihnen schlug den Knecht des Hohen Priesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab." Einer, als alle angespannt waren und im Todeskampf waren sozusagen, um Jesus zu verteidigen, aber noch auf seine Antwort gewartet haben, da meint einer, er muss nicht mehr warten, ob Jesus antwortet ja oder nein. Er schlägt einfach zu. Wer war es? Johannes gibt uns die Antwort. In Johannes 18, Vers 10. Johannes 18, Vers 10. Johannes 18, Vers 10. "Da nun Simon Petrus ein Schwert hatte, zog er es und schlug nach dem Knecht des Hohen Priesters und hieb ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Knechtes aber war Malchus." Nun, hier ist etwas interessant. Petrus möchte nicht hören und hindert andere am Hören. Er schneidet ihm das Ohr ab, aber nicht nur das. Der Knecht hieß wie? Malchus und Malchus ist die Variante vom Hebräischen Melech und Melech heißt König. Petrus schlägt in Wirklichkeit den König, denn was er dort tut, ist in Wirklichkeit eine schallende Ohrfeige in das Gesicht seines Königs. Ich höre nicht zu. Simon, Simon, von dem es heißt, der hören soll, nicht höre, höre. Er hört nicht und haut einem anderen noch das Ohr ab und Jesus nimmt das Ohr und heilt es. Und sagte Petrus: "Stecke dein Schwert in deine Scheide, soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat." Jesus wird abtransportiert und Simon Petrus steht verwundert da und folgt Jesus.

[1:02:06] In Johannes 18, Vers 15. "Simon Petrus aber folgte Jesus nach und der andere Jünger." Wer war der andere Jünger? Weiß es jemand? Der andere Jünger war Johannes. Johannes ist der Einzige, der von dem zweiten Jünger berichtet, denn er war es selbst. "Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters." Jetzt ist die Krise da. Jetzt gilt es alles oder nichts und Petrus ist völlig unvorbereitet. Er wollte einen Kampf mit dem Satan. Satan sagt: "Okay, du kriegst ihn." Und jetzt steht er da ohne Rüstung. Johannes geht hinein, denn er kennt den Hohenpriester. Können wir uns vorstellen, wir gehen zu zweit in diese Situation, wir folgen Jesus auf Ferne, wir haben Angst um unser Leben, wir folgen auf Ferne, gucken und verstecken uns, sieht uns jemand und dann geht Johannes alleine hinein und Petrus bleibt alleine draußen. Wie fühlt man sich? Jesus ist da drinnen, Johannes ist da drinnen und ich stehe da draußen. Aber zum Glück kommt Johannes wieder.

[1:03:33] Es heißt in Vers 16: "Petrus aber stand draußen vor der Tür, da ging der andere Jünger hinaus, der mit dem Hohenpriester bekannt war und redete mit wem? Mit der Türhüterin und führte Petrus hinein." Das heißt, da kommt Johannes zurück, redet mit der Türhüterin und sagt: "Du, pass auf, ich kenne da jemanden, lass ihn hinein." Petrus sieht die Tür aufgehen, geht an der Türhüterin vorbei und geht hinein. Nun, jetzt ist er in dem Hof.

[1:04:04] In Vers 18 heißt es: "Es standen aber die Knechte und Diener um ein Kohlenfeuer, das sie gemacht hatten, denn es war kalt." Er steht auf dem Hof und es ist kalt und er sieht dort in der Mitte ein Kohlenfeuer, ein Feuer. Was denkt sich der Simon, der jetzt nur noch menschlich denkt, nicht mehr göttlich? Es ist kalt, es gibt Feuer. Hin zum Feuer, oder? Hin zum Feuer.

[1:04:35] In Lukas 22, Vers 55. In Lukas 22, Vers 55 heißt es, wir werden jetzt immer zwischen den vier Evangeliumsberichten hin und her springen. "Da sie aber mitten im Hof ein Feuer angezündet hatten und beisammensaßen, setzte sich Petrus mitten unter sie." Was sagt die Liebe? Wenn Menschen spotten und gegen Christus sind, sollen wir uns unter sie setzen? Aber weil es so kalt war und er das Feuer suchte, setzte er sich mitten unter sie. Warum ist das so wichtig? Weil dort gleich die erste Versuchung kommt. Er rennt förmlich in die Versuchung hinein. Er setzt sich ans Feuer.

[1:05:11] Matthäus 26, Vers 69. Es heißt dort: Matthäus 26, Vers 69. "Petrus aber saß draußen im Hof und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus dem Galiläer." Jetzt, das wäre schon interessant genug, aber wichtig ist, wer diese Magd ist. Schlagen wir zurück zu Johannes 18. Es empfiehlt sich jetzt irgendwie, die Finger alle drin zu lassen, alle vier Finger. Johannes 18 und dort Vers 17. Johannes 18, Vers 17. Da spricht die Magd, die die Tür hütete, zu Petrus: "Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen?" Das heißt, die Magd war die Frau, die die Tür gehütet hat, durch die er hineingegangen ist, zu der Johannes gesagt hat: "Ich kenne ihn, das ist mein Freund." Genau diese Magd fragt jetzt: "Moment mal, dann gehörst du doch auch zu denen, oder?" Und Jesus sagt: "Er hat den ersten Fuß in der Falle." Der erste Fuß ist in der Falle.

[1:06:29] Schauen wir gemeinsam, was in Markus 14, Vers 68 steht. Markus 14, Vers 68. Es heißt dort: "Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst." Ich verstehe gar nicht, worum es geht. Und er ging in den Vorhof hinaus und der Hahn krähte. Ist uns bewusst, dass bereits nach der ersten Verleugnung der Hahn gekräht hat? Jetzt, was hätte ihm wohl einfallen müssen, nach der ersten Verleugnung? Moment mal, der Hahn kräht. Der Hahn kräht, aber ihm fällt nichts ein. Stattdessen wechselt er den Ort. Er geht aus dem einen Hof aus und geht in einen anderen Hof. Er versucht einfach, das Problem zu entgehen, zu umgehen und setzt sich an eine andere Stelle.

[1:07:28] Jetzt, was passiert am anderen Hof? Ganz schnell, in Matthäus 26, Vers 71. Matthäus 26 und dort Vers 71. Matthäus 26, Vers 71. "Und als er dann in den Vorhof hinaus ging, sah ihn eine andere (also wer? Eine andere) und sprach zu denen, die dort waren: Auch dieser war mit Jesus, dem Nazarener." Er setzt sich an einen anderen Ort. Jetzt kommt eine andere und sagt das Gleiche. Ist uns mal bewusst geworden, dass wenn wir mit der Sünde beginnen, wir uns immer mehr in ein Netz verwickeln und dass egal, wie wir versuchen, auszuweichen den Konsequenzen, irgendwie kommt es von allen Seiten wieder, nicht wahr? Da kommt eine andere. Aber nicht nur das.

[1:08:15] Gehen wir zurück zu Markus 14. Markus 14 und dort Vers 69. Das ist der Wahnsinn. Markus 14, Vers 69 sagt: "Und als die Magd ihn sah, begann sie wieder." Das heißt, nicht nur kommt eine andere, es kommt auch die gleiche von der ersten Versuchung. Er sitzt also auf dem Hof, auf einem zweiten Hof. Da kommt eine andere Frau und sagt: "Der war mit Jesus." Er sagt: "Nein, nein, nein." Aber im gleichen Moment kommt die Frau aus dem ersten Hof dazu und sagt: "Doch, doch, doch." Die Vergangenheit holt ihn ein. Er kann sich nicht daraus befreien. Aber nicht nur das. Nicht nur sind da zwei Frauen, eine davon hat ihn schon angesprochen. In Lukas wird uns bereichert, dass auch noch ein Mann dazu kam bei der zweiten Verleugnung. Und zwar in Lukas 22. In Lukas 22 und dort Vers 58. Lukas 22, 58: "Und bald danach sah ich, sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch einer von ihnen." Drei Menschen, eine neue Frau, die Frau von der ersten Verleugnung und ein Mann. Drei gleichzeitig sagen: "Du bist es." Bei der ersten Versuchung eine Magd, bei der zweiten drei. Was sagt die Bibel über drei Zeugen? "Auf die Sache von zwei oder drei Zeugen ist eine Sache bestätigt." Er verwickelt sich immer mehr, denn Satan weiß, er ist ohne Hilfe, er ist ohne Schutz und Satan zieht das ganz genüsslich auf, Schritt für Schritt. Zack, zack. Die Klammer zieht sich immer fester zusammen. Aber Johannes hat etwas, was mich so bewegt hat von all dem, was ich studiert habe. In allen Evangelien, in Matthäus, Markus und Lukas wird die Verleugnung des Petrus getrennt berichtet vom Verhör des Jesus. Wir wissen, dass es gleichzeitig stattfand. Petrus war ihm im Hof, hat ihn verleugnet, gleichzeitig fand im Innenhaus das Verhör von Jesus statt. Und Matthäus, Markus und Lukas machen erst den

[1:10:31] einen Bericht und dann den anderen. Und man kann sich überlegen, es war gleichzeitig nicht. Aber Johannes, der live dabei war, hat eine andere Erzähltechnik, denn Johannes schwenkt schwenkt die Kamera. Wir können das beobachten in Johannes 18. Da kann man sehen, wie Vers 12 bis 14 über Jesus und ein Verhör sprechen. Vers 15 bis 18 sprechen jetzt über den Hof. Es geht immer hin und her. Johannes schwenkt die Kamera hin und her, hin und her. Und dann, nachdem die erste Verleugnung gewesen ist, schwenkte er die Kamera wieder in Vers 19 auf Jesus. Und jetzt achten wir mal, was Jesus gesagt hat, während Petrus dort im Hof ist. Vers 19. Der Hohepriester nun befragte Jesus über wen? Über seine Jünger. Und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zur Welt geredet. Ich habe stets in der Synagoge und dem Tempel gelehrt, wo die Juden immer zusammenkommen. Und im Verborgenen habe ich nichts geredet. Was fragst du mich? Frage die, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.

[1:11:58] Jesus steht dort im Verhör und sagt: Du befragst mich über meine Jünger? Du befragst mich über die Lehre? Ich brauche dir nichts über die Lehre zu sagen. Frage meine Jünger. Johannes schwenkt die Kamera. Genau in dem Moment, wo Jesus sagt: Frag doch meine Jünger, sie werden dir alles sagen. Genau in dem Moment schwenkt Johannes die Kamera. Vers 25. Simon Petrus aber stand da, wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm: Bist nicht auch du einer seiner Jünger? Er leugnete und sprach: Ich bin es nicht. In dem Moment, wo Jesus, der Herr der Welt, sagt, als er angeklagt wird: Frag meine Jünger, sie werden es sagen. Sagt genau der Jünger, auf den Jesus sich beruft, den Jesus als Anwalt nimmt, sozusagen: Ich kenne ihn gar nicht. Jesus Christus hat dich berufen, ihn zu verteidigen. Wie fühlt sich Jesus, wenn er sagt: Frag doch meine Jünger, frag doch den Heinz, frag doch die Angelika. Ich habe so lange mit ihnen gearbeitet, habe ihnen alles erklärt. Frag sie, sie werden es dir sagen. Und mitten in der Krise sagen wir: Nö, Jesus? Kennen wir nicht. Kennen wir nicht.

[1:13:20] In dem Moment, als Jesus sich auf Petrus beruft, als er ihn am dringendsten gebraucht hätte, sagt Petrus: Nö, kenne ich nicht, weil er Angst hat, weil er nicht vorbereitet ist auf die Krise. Er ist nicht vorbereitet. Und Satan triumphiert und er möchte es noch ein bisschen weiter drehen, noch ein bisschen weiter, noch ein bisschen weiter. Lukas 22. Und ich weiß nicht, wem das jemals aufgefallen ist. Dort steht dann Lukas 22, Vers 59. Und nach einer Weile von wie lang? Lukas 22, Vers 59. Nach einer Weile von ungefähr einer Stunde. Zwischen der zweiten und der dritten Verleugnung liegt eine Stunde Zeit. Eine Stunde lang hat Simon Petrus Gelegenheit, darüber nachzudenken, was er gerade tut. Eine Stunde lang versucht der Heilige Geist in einer Spezialoperation, ihn zu erwecken und zu sagen: Höre, Simon, Simon, Simon. Und er blendet aus. Eine ganze Stunde gibt Jesus ihm Zeit, bevor der finale Schlag von Satan kommt. Eine ganze Stunde darüber nachzudenken, zu beten, ein Lied zu singen, auf Jesus zu schauen, irgendetwas zu tun. Eine ganze Stunde verrinnt ungenutzt und Satan hat schon den entscheidenden letzten Pfeil im Köcher. Eine ganze Stunde.

[1:14:51] In Matthäus 26, Vers 37. Matthäus 26, Vers 73. Matthäus 26, Vers 73. Bald herauf aber traten die Umstehenden herzu und sagten zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von ihnen, denn auch deine Sprache verrät dich. Die Beweise werden immer dichter, immer dichter. Hey, ich habe dich gesehen, du warst damals am Sabbat im Gottesdienst. Ich habe dich gesehen, du hast Menschen von Jesus erzählt. Du kannst nicht leugnen. Die Beweise kommen immer dichter, denn Satan weiß, er wird auch diesmal leugnen. Und je mehr er ihn mit Beweisen und mit klaren Aussagen konfrontiert, wird die Wahrscheinlichkeit immer höher, dass Petrus immer weiter von Jesus wegkommt, weil er alles leugnen wird, alles leugnen wird. Denn wenn wir gerade entfernt von Jesus sind und Satan all diese Dinge in uns hineinschiebt, dann weiß er, dass ohne Jesus wir nachgeben werden. Und deswegen versucht er so weit wie möglich, uns wegzupuschen.

[1:16:03] Eine ganze Menge. Bei der ersten Verleugnung eine Frau, bei der zweiten drei Menschen, jetzt die ganze Menge. Deine Sprache verrät dich, bist du dir ganz sicher? Und dann kommt der finale Beweis in Johannes 18, Vers 26. Wir sind gleich am Ende angelangt. Johannes 18, Vers 26. Da sagte einer von den Knechten des Hohepriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hat: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Ich habe dich gesehen. Du hast ihm das Ohr abgehauen. Glaubt ihr, der Petrus hat jetzt bereut, dass er das Ohr abgehauen hat? Aber jetzt war es zu spät. Jetzt war es zu spät. Simon, Simon, hatte Jesus gesagt. Jetzt stand er vor dem Ruin seines Lebens. Er zögerte einen Moment. Und wenn jetzt noch irgendein guter Geist, wenn der Heilige Geist ihn noch irgendwie jetzt an die richtige Ecke gepusht hat, dann war es eine Sache, die ihn jetzt auf jeden Fall daran gehindert hat zu bekennen: Die Angst vor der Strafe.

[1:17:25] Inmitten von all den römischen Soldaten war es jetzt die pure Angst um sein Leben. Denn wenn man als Jude einem Knecht des Hohepriesters das Ohr abschlägt, das kann zumindest eine Gefängnisstrafe geben, oder? Und er sagt aus purer Angst: Nein. Die Bibel sagt in Matthäus sogar, wir brauchen sie nicht aufschlagen, dass er sich verfluchte und schwor. Das heißt, er hat gesagt: Wenn ich nicht die Wahrheit sage, dann komme der Fluch Gottes über mich. Dann komme der Fluch Gottes über mich. Nein. Und jetzt hat Jesus nur noch eine einzige Chance. Eine einzige. Das ewige Leben von Simon hängt am seidenen Faden.

[1:18:08] Lukas 22. Lukas 22, Vers 69. Vers 60, Verzeihung, Lukas 22, Vers 60. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und sogleich, während er noch redete, krähte der Hahn. Und der Herr wandte sich um, nicht weg von Petrus, um auf Satan zu zeigen, sondern zu Petrus und sah Petrus an. Und in diesem Moment, als er in die Augen Jesu schaut, da dämmert es ihm. Simon, Simon. Da erinnerte er sich. Und dieser letzte Strohhalm, die Augen Jesu, das Gesicht Jesu, kurz bevor er auf immer verloren geht. Das ergreift er. Und er rennt hinaus und weint bitterlich.

[1:19:36] Sein Mitapostel, Judas, hatte den gleichen Strohhalm angeboten bekommen beim Abendmahl, als Jesus ihm das Brot eingetunkt gab. Und Judas hat lächelnd genommen. Hätte Simon in dieser Situation, als Jesus ihn anschaut, ihn angelächelt und hätte weiter geleugnet, ich glaube, Gott hätte nichts mehr in der Hand gehabt. Aber er sieht in die Augen Jesu und er hört: Simon, Simon. Und er rennt hinaus und weint und weint und weint und weint, denn er weiß, er ist genau in die Falle getappt, die Satan ihm gelegt hat. Genau hinein. Und er hat alles vermasselt, was man vermasseln kann. Jetzt weiß er, hätte er damals nur, sich nicht Schritt für Schritt von Jesus entfernt. Jesus hatte mit allem recht gehabt.

[1:20:42] Und als Jesus dort hinaufzieht nach Simon, Verzeihung, nach Golgatha und sein Kreuz ihm zu schwer wird und er dringend jemanden braucht, der ihm das Kreuz trägt, wer wäre wohl am allerangemessensten gewesen, um das Kreuz von Jesus zu tragen? Wäre es nicht Simon Petrus, der starke Fischer, der der erste der Apostel war? Wäre er nicht der gewesen, der es hätte tun können? Aber es ist nicht Simon Petrus, der das Kreuz trägt, sondern Simon von Kyrene, ein anderer Simon. Als Jesus ihn am dringendsten braucht, ist er nicht da. Wenn Jesus dich am dringendsten braucht, wo bist du da? Bist du da?

[1:21:22] Wir kommen zum Schluss. In Johannes 21, und dort fährst du rein. Mittlerweile wissen sie, Jesus ist auch auferstanden, aber irgendwie ist Petrus noch nicht wirklich der Alte. Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe, Vers 3, ich gehe fischen. Ich gehe zurück zu meinem alten Beruf. Vielleicht hat Gott mir ja vergeben, aber auf jeden Fall kann ich nicht mehr Apostel sein, oder? Ich bin zu weit gegangen. Ich habe zu viel gesündigt. Jetzt geht es nicht mehr. Und er geht und er fängt nichts und dann begegnet er Jesus.

[1:22:20] Vers 7, da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Simon Petrus: Es ist der Herr. Als nun Simon Petrus hörte, dass der Herr sei, gürtelte er das Obergewand um sich, denn er war nur im Untergewand und warf sich in den See. Er will nur noch Jesus sehen. Und Jesus frühstückt mit ihm und stellt ihm genau drei Fragen. Vers 15: Simon, Sohn des Jonas. Wann hat er das letzte Mal gesagt: Simon, Sohn des Jonas? Einmal ganz am Anfang, nicht wahr? Und dann noch einmal beim geistlichen Höhepunkt. Simon, Sohn des Jonas. Jetzt ist er wieder ganz unten angekommen und Jesus sagt erneut zu ihm: Simon, Sohn des Jonas. Liebst du mich mehr als diese?

[1:22:59] Im Griechischen heißt es Agape, die göttliche Liebe. Petrus sagt: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Im Griechischen gibt es zwei Worte für Liebe: Agape für die göttliche Liebe und Phileo für die brüderliche Liebe, wo man gut Freund ist, nicht wahr? Und Jesus sagt: Petrus, agapest du mich? Und Petrus sagt: Ja, ich Phileo dich. Ich habe dich lieb wie ein Kumpel, wie ein Bruder, wie Freunde. Und Jesus sagt ein zweites Mal: Liebst du mich wie mit der göttlichen Liebe, die bereit ist, ein Opfer zu bringen? Agapest du mich? Und Jesus sagt: Ja, Herr, ich habe dich lieb wie ein Kumpel, Phileo.

[1:23:42] Und dann fragt Jesus ein drittes Mal: Petrus, liebst du mich mit der göttlichen Liebe, die bereit ist, ein Opfer zu bringen, die bereit ist zu hören? Und Petrus, Vers 17, da wurde Petrus traurig, dass er das dritte Mal fragte: Hast du mich lieb? Und er sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge. Du weißt, dass ich dich nur Phileo lieb habe. Du weißt, dass ich, dass mir etwas fehlt in meinem Herzen. Und Jesus sagt zu ihm: Weide meine Schafe. Ich gebe dir erneut den Auftrag. 40 Tage später, 40 Tage lang predigt Jesus zu ihm und zu seinen Jüngern. Und nach 50 Tagen steht derselbe Petrus auf einem Podest, wo selbst ohne Livestream mehr Leute zuschauen als heute. Und predigt die gewaltigste Predigt des Neuen Testaments. Simon, Simon.

[1:24:45] Zum Schluss möchte ich uns allen einen Ratschlag mitgeben, den Petrus uns mitgibt. In zweite Petrus 1. Denn liebe Freunde, wir kommen auf eine gewaltige Krise zu, von der wir die meisten wahrscheinlich glauben, es wird nicht so schlimm werden. Wir werden es schon deichseln. Wir werden uns schon irgendwie hindurchkommen, oder? Aber Jesus ruft uns heute zu: Simon, Simon, hör mir genau zu. Und Petrus gibt uns diesen Rat in zweite Petrus 1, Vers 3 bis 11. Glaubt ihr, der Simon hat ein Bedürfnis gehabt, allen weiteren Gläubigen zu helfen, dass sie nicht den gleichen Fehler machen? Zweite Petrus 1, damit wollen wir schließen. Vers 3 folgende: Dass eine göttliche Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat, durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch dieselben göttliche Natur teilhaftig werdet, nachdem ihr dem Verderben entflohen seid, das durch die Begierde in der Welt herrscht.

[1:25:57] So setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar. In der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, das Warten. Im standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht, in der Gottesfurcht aber die Phileo und in der Phileo die Agape. Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, wenn sie Schritt für Schritt zunehmen und nicht abnehmen, wie am Ende des Lebens des Petrus zwischenzeitlich. Zunehmen, immer zunehmen, zunehmen und nicht sagen: Oh, ich habe einen Punkt erreicht, jetzt bin ich der Chef im Paladin. Nein, es ist immer Petra, nicht Petrus. Es ist immer der Felsch Christus, nicht mein eigenes Ich.

[1:26:45] Vers 9: Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen, so wie Petrus zwischenzeitlich vergessen hat. Vers 10: Darum, Brüder und Schwestern, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung festzumachen. Denn wenn ihr diese Dinge tut, wirst du, wirst du niemals zu Fall kommen. Du musst nicht in der Krise fallen. Du musst nicht, du musst nur diese Dinge tun, die hier stehen. Wollen wir lernen von Petrus? Möchtest du heute lernen von Petrus und sagen: Die Krise kommt, aber ich möchte nicht, wenn Jesus im himmlischen Heiligtum das Gericht hält und sagt: Frage meine Jünger, möchte ich nicht auf der Erde stehen und sagen: Nein, ich kenne ihn nicht. Wenn der ganze Himmel auf die Gläubigen schaut, möchte ich ein Zeuge sein, koste es, was es wolle. Ist dein Wunsch wirklich zu hören?

[1:27:52] Vers 11: Denn auf diese Weise wird euch der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus reichlich gewährt werden. Jesus möchte, dass du durch die Krise kommst und deswegen ruft er dir heute zu: Simon, Simon. Wer von uns möchte sagen: Ich habe erkannt, vielleicht, dass ich in meinem Leben in der letzten Zeit mich ein bisschen, so wie Simon, stückweise von Jesus entfernt habe und ich sehe jetzt im Leben des Simon, wohin das am Ende führt und ich möchte nicht dort hinten landen. Ich möchte gleich, nachdem ich gemerkt habe, dass die ersten Schritte von Jesus weggeführt haben, möchte ich sofort zurückkommen. Gibt es jemanden, der sagt: Ich habe mich in den letzten Tagen und Wochen ein bisschen von Jesus entfernt, vielleicht nur zwei oder drei Schritte, aber ich sehe, wohin das führen wird. Er sagt: Ich möchte heute den Wunsch mit Jesus erneuern, möchte einfach ganz eng an Jesus wieder zurückkommen und nicht aus meiner eigenen Kraft leben und nicht noch Gott korrigieren wollen. Gibt es jemanden, wenn jemand diesen Wunsch hat, das auszudrücken, lade ich ihn ein, aufzustehen.

[1:28:51] Lieber Vater im Himmel, ich glaube, jeder von uns hat sich in der Geschichte des Simon heute ein wenig wiedererkannt. Vielleicht passiert es, dass wir uns Schritt für Schritt von dir entfernen und meinen, klüger zu sein, als das, was wir lesen, klüger zu sein, als das, was du uns sagst. Und wir glauben nicht, dass wir selbst alleine so unfähig sind, dem Satan zu widerstehen. So wie der Simon fast vollständig in das Netz gelaufen ist, das ihm gestellt worden ist, so laufen wir oft in Netze, die der Satan uns stellt und schämen uns danach so sehr. Jesus, wir wollen diese Lektion des Simon lernen, die er selbst aufgeschrieben hat, im zweiten Simon Brief, im zweiten Petrus Brief, Kapitel 1, dass wir diese Schritte tun, die dort aufgeschrieben sind, dass wir wachsen in dir, damit wir nicht zu Fall kommen. Nicht, weil wir uns so sehr brüsten, sondern weil du dann für uns wirken kannst, weil du uns dann durch die Krisen durchtragen kannst, weil wir dann Zeugen sein können, selbst dann, wenn es dunkel und kalt und einsam wird.

[1:29:53] Herr Jesus, hab Dank, dass du für Petrus gebetet hast, dass dein Glaube nicht aufhört und dass selbst, als der Satan ihn begehrt hat, du ihn angeschaut hast, zu ihm gerufen hast. Simon, Simon, höre, höre. Hab Dank, dass du uns nicht alleine gehen lässt, dass du bei uns bist, dass du immer wieder uns aufweckst, dass du immer wieder uns ermutigst, dass du uns fragst: Kannst du nicht mit mir eine Stunde wachen? Herr Jesus, wir wollen uns ganz übergeben, damit wir vorbereitet sind auf die Krise und weil du allein ewige Worte des Lebens hast. Wir danken dir von ganzem Herzen, dass du ungebildete, stinkende Fischer zu den größten Aposteln und Evangelisten machen kannst. Und dafür können wir uns sicher sein, dass du mit jedem Einzelnen von uns etwas Großes im Werk Gottes tun kannst. Und dafür danken wir dir am allermeisten. Amen.

[1:31:12] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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