[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de zur achten Folge unserer Serie über die Offenbarung. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Wir sind schon recht weit gekommen im Studium dieses so fantastischen Buches und wir wollen heute das vielleicht zentrale Kapitel dieses Buches studieren, Kapitel 12, unter dem Titel "Satan, ein besiegter Feind". Damit wollen wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 23. Februar. Und bevor wir damit beginnen, wollen wir natürlich ein Gebet sprechen, um uns wirklich durch Gottes Geist führen zu lassen in diesem so wichtigen Abschnitt der Bibel.
[1:07] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du uns in der Offenbarung den Vorhang beiseite schiebst und wir wirklich erkennen können, was in dieser Welt, ja was in diesem Universum für einen Kampf tobt und getobt hat, dass wir sehen können, um welche Prinzipien es geht und dass wir Wahrheit und Irrtum, Licht und Finsternis voneinander unterscheiden können. Wir möchten dich bitten, dass das nicht nur unseren Kopf anspricht, sondern dass wir wirklich unserem Herzen berührt werden und die Entscheidung fällen und erneuern, auf der richtigen Seite, der Seite der Wahrheit und der Liebe zu stehen. Und wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst, uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir dein Wort so auslegen, wie du es gemeint hast und persönlich davon profitieren und gestärkt werden in unserem Glauben. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist. Im Namen Jesu. Amen.
[2:04] Wie schon gesagt, Offenbarung 12 ist das vermutlich zentrale Kapitel des Buches. Hier werden einige der grundlegendsten Aspekte der gesamten biblischen Botschaft des großen Kampfes zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse, zwischen Gott und Satan aufgezeigt. Im weiteren Blick könnte man sagen, dass es im Prinzip für Kapitel 12 bis 14 gilt, denn gerade in Kapitel 13 und 14 werden dann diese Grundprinzipien, die in Kapitel 12 deutlich gemacht werden, auch ganz besonders auf die Endzeit mit angewandt und im Lichte des Endzeitkonfliktes dann betrachtet. So wollen wir also heute uns Kapitel 12 widmen und dann in den nächsten beiden Folgen, den Kapiteln 13 und 14. Und wir beginnen einfach, wie wir es gewohnt sind, Vers für Vers und werden uns dann so hindurcharbeiten durch dieses wirklich sehr wichtige und sehr spannende Kapitel.
[3:13] In Offenbarung 12, Vers 1 heißt es: "Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen." Zunächst einmal wollen wir die Frage stellen: Was ist eine Frau in der biblischen Prophetie? Und das lässt sich einfach beantworten in 2. Korinther 11 und dort Vers 2 als ein Beispiel. Dort haben wir Paulus, der an die Gemeinde der Korinther schreibt, an die Gläubigen. Und es heißt hier in Vers 2: "Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer, denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen." Paulus spricht die Gemeinde der Korinther, die Gemeinde der Gläubigen, an als eine Frau. Eine Frau steht also für eine Gemeinde.
[4:04] Was hat es mit Sonne, Mond und Sterne auf sich? Interessant ist ja, dass es sich um eine Sonne, einen Mond und zwölf Sterne handelt. Und es erinnert uns an eine recht bekannte Geschichte in 1. Mose Kapitel 37, als der junge Josef seinen Traum erzählt, seinen zweiten Traum in dem Zusammenhang. Vers 9. Er hatte aber noch einen anderen Traum, den erzählt er seinen Brüdern auch und sprach: "Seht, ich habe wieder geträumt und siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne beugten sich vor mir nieder." In dem Traum geht es um die Familie Jakobs, die Familie Israels, wie der Name ja eigentlich zu der Zeit dann schon gewesen ist. Elf Sterne hier nur in dieser Geschichte, weil natürlich Josef als der zwölfte Stern gewesen wäre. Sonne, Mond und zwölf Sterne sind also danach eine Metapher, ein Bild, ein Kennzeichen der Familie Israels.
[5:02] Mit anderen Worten, die Frau trägt die Kennzeichen der Familie Israels, die Nachkommen Jakobs sozusagen. Es handelt sich also um die Frau Israel sozusagen, die wahrhaft Gläubigen. Und damit sind jetzt nicht die ethnischen Israeliten im weitesten Sinne oder im eigentlichen Sinne gemeint, sondern die, die die Bibel als die eigentlichen Israeliten bezeichnet, die wahrhaft Gläubigen. Die, die wie Jakob selbst zu Israel wurden, weil sie sich bekehrt haben. In 1. Mose 32 finden wir diese bekannte Stelle, Vers 29, da sprach er: "Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen." Überwinder sind echte Israeliten.
[6:03] Auch Paulus schreibt hier ähnliche Ideen in seinen Briefen, zum Beispiel im Römer 2 und dort Vers 28. Dort sagt er zum Beispiel: "Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich im Fleisch geschieht, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach, seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott." Ähnlich wie wir das auch schon in der Gemeinde in der Smyrna gehabt haben, der Begriff Jude im Neuen Testament in der Offenbarung oder auch Israel steht für das geistliche Israel und wir werden auch sehen, warum das so wichtig ist, dass in der, in der Offenbarung 12 hier das geistliche Israel als eine Frau beschrieben wird. Paulus spricht ja auch in Galater 6 von dem Israel Gottes und meint dort dann auch die Heidenchristen aus Galatien. Es geht also um die Gemeinde, die wahre Gemeinde zu allen Zeiten.
[7:01] Und in Vers 2 heißt es jetzt über diese Frau, über Israel, in Vers 2 heißt es: "Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt." Wie wir noch sehen werden, in Vers 5 ist die schwanger mit Jesus. Jesus selbst hat deutlich gemacht, dass die wahrhaft Gläubigen seine Mutter sind. In Matthäus Kapitel 12 und dort Vers 50 lesen wir den Satz: "Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter." Denn Jesus sollte in der Heilslinie geboren werden, die aus vielen gläubigen Menschen bestand, die ihm vorausgegangen waren, zumindest in ihrer menschlichen Existenz, und er sollte in dieses Volk, das Gott besonders berufen hatte, hineingeboren werden.
[7:57] Dass Geburt Schmerzen verursacht, ist etwas, das wir aus 1. Mose 3, Vers 16 kennen. Das war eine Konsequenz, eine Folge der Sünde und doch auch gleich Teil des Erlösungsplanes, denn Gott machte damit deutlich, dass obwohl es Schmerzen und große Qual geben würde bei der Geburt, es doch eben eine Geburt geben könne und damit eben nicht nur der Todesbefehl ausgeführt werden würde, sondern Gott durch seine Gnade den Menschen eine zweite Chance geben könnte. Sie würden zwar Mühe haben beim Ackerbau, aber sie würden ihr Brot essen können. Ja, sie würden vom Satan angegriffen werden, aber der Same der Frau würde kommen, um den Satan zu zerstören, um den Kopf zu zertreten. Ja, sie hatten ihr Lichtkleid verloren, aber sie wurden mit dem Lammfell, mit dem Fell eines geschlachteten Tieres dann wieder bedeckt.
[8:58] Dieser Vers findet seine historische Erfüllung in der Tatsache, dass das Volk Israel in den Jahren und Jahrhunderten vor der Ankunft des Messias, vor der Ankunft Jesu, immer wieder stark bedrückt worden ist durch heidnische Mächte: Babylon, Medopersien, Griechenland und schließlich auch Rom.
[9:17] In Vers 3 haben wir dann den Drachen: "Und ein anderes Zeichen erschien im Himmel. Siehe, ein großer feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen." Frau, Drache und Kind, das erinnert uns natürlich an Frau, Schlange und der verheißene Same der Frau. Es handelt sich eigentlich bei Kapitel 12 in Offenbarung um eine detaillierte Auslegung dessen, was in 1. Mose 3, Vers 15 angedeutet worden war. Dort war das Evangelium zum ersten Mal verkündigt worden.
[10:00] In 1. Mose 3, Vers 15 heißt es: "Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen." Gott zeigt hier, dass es einen Kampf geben würde zwischen dem Satan, der Schlange, und der Frau, die hier für alle Gläubigen steht, die diesem Versprechen Jesu glauben würden. Der Same der Frau, das verheißene Kind, würde den Satan besiegen. Und das ist eigentlich in einem Vers zusammengefasst, was jetzt in Offenbarung 12 ganz ausführlich dargestellt wird.
[10:37] So sehen wir also hier in Offenbarung 12 am Anfang zunächst die Frau, dann den Drachen (Vers 1, Vers 3) und dann in Vers 5 das Kind. Alle werden eingeführt und es wird beschrieben, was sie tun.
[10:52] In Vers 4 heißt es über den Drachen: "Und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich und warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte, um ihr Kind zu verschlingen, wenn sie geboren hätte." Nun, der Schwanz in der Bibel ist ein Symbol für den Lügenpropheten. Das geht deutlich aus Jesaja 9 und dort Vers 14 hervor. In Jesaja 9, Vers 14 lesen wir: "Der Älteste und Angesehen ist das Haupt, und der Prophet, der Lügen lehrt, ist der Schwanz." Der Satan hat mit Lügen die Engel verführt und dabei vorgegeben, dass er für Gott sei, auf Gottes Seite stehe, wie ein Prophet sozusagen.
[11:45] Dass er die Engel verführt hat und dass diese Engel durch diese Sterne symbolisiert werden, wird deutlich aus Offenbarung 1, Vers 20. Dort heißt es: "Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden." Mit anderen Worten, Offenbarung 12 beschreibt, wie ein Drittel aller Engel, die Gott geschaffen hat, auf die Seite des Satans wechselten, weil sie dessen Lügen glaubten, als er behauptete, für Gott zu sein und in Wirklichkeit gegen Gott gekämpft hat, wie wir jetzt gleich dann auch noch sehen werden in Vers 7.
[12:28] Das heißt in Vers 4 weiterhin, dass er sie auf die Erde warf. Wir werden in Vers 7 bis 9 noch sehen, wie Satan und die ihn unterstützenden Engel aus dem Himmel geworfen worden sind und auf der Erde dann sich breit gemacht haben. Dazu gleich noch später etwas mehr. Aber es sei auch auf eine interessante Parallele zum Buch Daniel verwiesen. In Daniel Kapitel 8 finden wir eine ganz ähnliche Ausdrucksweise und dort in Vers 10. Daniel Kapitel 8 und dort Vers 10. Dort heißt es hier über das kleine Horn: "Und es wagte sich bis an das Heer des Himmels heran und warf von dem Heer und von den Sternen etliche auf die Erde und zertrat sie."
[13:14] Das kleine Horn hier an dieser Stelle symbolisiert Rom, das zunächst heidnische Rom, das die verschiedenen Länder erobert und ein Imperium schafft. Dabei auch das Volk Israel, das Volk der Juden unterwirft, wenn es in Vers 9 heißt, dass es auch gegen das herrliche Land gekämpft hat und es dann auch eingenommen hat, expandiert hat in diese Richtung. Später wird ja aus diesem kleinen Horn dann das päpstliche Rom und das ist auch eine interessante Idee dann für Offenbarung 12 gleich noch.
[13:51] Das heißt also, dass in Offenbarung 12 der Drache natürlich so zunächst einmal der Satan ist, wie wir aus Daniel Offenbarung 12, Vers 9 ja ganz deutlich entnehmen können, aber in einem zweiten Sinne eben auch für das historische Rom, das Imperium Romanum steht, das eben das Volk Israel bedrückte und kurz vor der Ankunft des Messias die Weltherrschaft hatte, das Instrument in der Hand Satans war, um den verheißenen Messias zu töten.
[14:21] Satan wartete auf dieses Kind. Er wusste aus 1. Mose 3, Vers 15, dass die Frau einen Samen hervorbringen würde, ein Kind, das ihn töten wollte. Er wusste aus Jesaja 7, Vers 14, dass dieses Kind von einer Jungfrau geboren werden würde. Aus Jesaja 9, Vers 5 und 6, dass dieses Kind göttliche Natur sein würde und dass es die Herrschaft bekommen würde, die ewige Herrschaft. Er wusste aus Micha 5, Vers 2, dass dieses Kind in Bethlehem geboren werden würde und so bereitete er sich darauf vor, dieses Kind so bald wie möglich zu töten. Wir kennen die Geschichte, in Matthäus 2 wird uns berichtet, wie Herodes dann versucht hat, als Jesus geboren worden ist, tatsächlich das Kind zu töten, was ihm allerdings nicht gelang, auch weil er sehr viele andere Kinder umgebracht hat. Josef wurde in einem Traum vom Engel gewarnt.
[15:34] In Vers 5 haben wir in Offenbarung 12 jetzt die Geburt Jesu: "Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heidenvölker mit eisernem Stab weiden wird, und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron." Jesus wird geboren tatsächlich in das Volk Israel hinein, in das besondere Eigentumsvolk Gottes und er ist derjenige, der die Heidenvölker mit eisernem Stab weiden wird. Das bezieht sich auf die Prophezeiung in Psalm 2. Psalm 2 hat diese Ankündigung des Messias, des Königs. In Vers 6 heißt es hier: "Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg. Ich will den Ratschluss des Herrn verkünden. Er hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Er bitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum. Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, wie Töpfergefäße sie zerschmeißen."
[16:41] Der, der die Völker mit eisernem Zepter, mit eisernem Stab weiden würde, das ist der König, den Gott selbst auf seinem heiligen Berg Zion eingesetzt hat. Der König, bei dem alle sich bergen dürfen, die Rettung suchen und der König, der selbst gegen die versammelten Völker der Welt ohne Probleme gewinnen wird, wie das dann auch in Vers 19 deutlich beschreibt.
[17:03] Jesus ist in der Tat als Israelit geboren worden. Wie gesagt, in Römer 1, Vers 3, macht Paulus diesen Punkt, dass er aus der Linie Davids, dem Fleisch nach, kam. Dort lesen wir in Römer 1, Vers 3: "nämlich das Evangelium von seinem Sohn, der hervorgegangen ist aus dem Samen Davids, nach dem Fleisch."
[17:27] Offenbarung 12, Vers 5 beschreibt also die Ankunft des verheißenen Messias, der seit 1. Mose 3, Vers 15 angekündigt worden war. Er kommt jetzt. Satan versucht, ihn auszuschalten, aber es gelingt ihm nicht. Er ist dieser verheißene König. Das wird durch diese Wendung, diese Sprache aus Psalm 2 ganz deutlich. Er ist damit derjenige, der in Daniel 7 gekrönt werden soll. Er ist der Messias von Daniel 9.
[18:06] Und er schafft es, dem Satan zu entkommen. Der Satan kann ihn nicht neutralisieren, sondern es heißt, er wird zu Gott entrückt. Und das bezieht sich auf seine Himmelfahrt, die wir in Apostelgeschichte 1 finden. Und die Implikation ist: Satan konnte ihn nicht an seinem Werk hindern.
[18:16] Vers 6 bringt uns jetzt zum nächsten Abschnitt dieser Geschichte. Vers 6 heißt es: "Und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1260 Tage lang ernähre." Wir sollten hier festhalten, dass die Frau nach dem Kommen Jesu immer noch dieselbe Frau ist. Die Frau wechselt nicht. Und das ist ein sehr wichtiger Hinweis. Das Volk Gottes ist in Gottes Augen, in der Prophetie, immer dasselbe Volk. Es gibt nur ein geistliches Israel. Und das war schon immer das eigentliche Volk Gottes. Ja, es gab immer auch organisatorische Formen, die nötig waren, damit das Volk Gottes seine Mission erfüllen kann. So gab es bestimmte Familien, die auserwählt waren. Es gab das Volk Israel, das ethnische Volk Israel. Dann nach Jesus gab es die Gemeinde. Aber diese sichtbaren, organisierten Formen waren nie identisch mit dem eigentlichen geistlichen Israel. Es gab auch im Alten Testament geistliche Israeliten, die nicht ethnische Israeliten waren. Und so auch natürlich im Neuen Testament.
[19:36] Wichtig also zu sehen, dass es nicht zwei Frauen gibt, sondern dass eine Frau die gesamte Zeitspanne dieses großen Kampfes bestreitet sozusagen. Es sind alle diejenigen, die an 1. Mose 3, Vers 15 glauben und an dieser Verheißung festhalten aus ihrem Leben.
[20:02] Die 1260 Tage sind nach Hesekiel 4, Vers 6, nach dem bekannten Jahr-Tag-Prinzip als 1260 Jahre zu verstehen. Die kennen wir schon aus Offenbarung 11 und dort in Vers 2 und 3. Und aufgrund der Parallele mit Vers 14, da kommen wir noch gleich zu, und Daniel 7, Vers 25 auch als die 1260 Jahre der Vorherrschaft des Papsttums in Daniel 7. Und die gingen von 538 bis 1798. 538 natürlich die Wegnahme des dritten Hornes. Die Ostgoten wurden von Rom vertrieben. Das Papsttum konnte die bereits vorher durch Justinian übermittelten Autoritäten jetzt auch praktisch umsetzen mehr und mehr und begann so eine weltliche Herrschaft aufzubauen. 1798 wurde dann der Papst Pius VI. gefangen genommen durch General Berthier und damit endeten erst einmal diese 1260 Jahre, die wir dann nochmal genau betrachten werden, wenn wir in Offenbarung 13 über das Papsttum im Einzelnen sprechen werden.
[21:07] Wir wissen aus Offenbarung 11, Vers 2, dass das die Zeit war, wo die Christenheit besonders vom Heidentum dominiert gewesen ist. Wir wissen, dass es die Zeit war, wo die Bibel sehr eingeschränkt war. Auf Vers 3 in Offenbarung 11 hat er gesagt, dass die zwei Zeugen in Sacktuch weiß sagen würden. Es war die Zeit, wo die wahren Gläubigen zerstreut waren in alle möglichen Länder. Die Zeit der Erschotten, die Zeit von Iona, die Zeit der Waldenser, der Albigenser, Katharer, wie sie auch genannt wurden, der Lollarden, der Nachfolger oder der Anhänger von Wycliffe, die Zeit der Hussiten, dann die Zeit der Protestanten. Es war die Zeit, in der das Heidentum große Teile der Christenheit durchdrang und wo die wahren Gläubigen eher zerstreut gewesen sind, bis dann nach Ablauf dieser Zeit durch die Öffnung des Buches Daniels eine Sammlung geschehen konnte und aus allen verschiedenen Völkern, Stämmen und Sprachen das Volk Gottes wieder als feste Einheit gesammelt werden soll. Das ist ja die ganze Idee der Adventbewegung, um auf die Wiederkunft vorzubereiten. Aber dazu gleich noch mehr.
[22:15] Ab Vers 7 finden wir jetzt interessanterweise noch einmal die ganze Geschichte von Vers 1 bis 6 wiederholt nach dem Prinzip Linie auf Linie, aber wir finden sie jetzt erweitert mit mehr Details, mit einer größeren Vertiefung. Einige Dinge, die ausgelassen worden waren in Vers 1 bis 6, werden jetzt hier noch ergänzt und die Geschichte fängt früher an, geht also noch weiter zurück zu den eigentlichen Ursprüngen und geht dann noch weiter hinaus über 1798 bis ans Ende. Wir haben also, wenn man sich das Bild nicht vorstellen will, eine kleine erste Skizze Vers 1 bis 6 mit den Hauptakteuren, mit den wesentlichen Elementen und dann ab Vers 7 bis 17 noch einmal eine Wiederholung in größerem Detail mit ergänzenden Teilen und auch zum Teil sehr wichtigen Punkten, die jetzt im Gesamtbild dann beider Linien ein komplettes Bild ergeben.
[23:06] In Vers 7 heißt es so: "Da entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache und seine Engel kämpften." Ein Kampf beginnt im Himmel und damit ist der Anfang des sogenannten großen Kampfes gemeint, der seit Jahrtausenden tobt und uns und unser ganzes Leben in Mitleidenschaft gezogen hat. Wer ist Michael? Jesus ist Michael. Das wird deutlich, wenn man Judas 7 anschaut. Dort ist Michael der Erzengel. In 1. Thessalonicher 4, Vers 16 ist es der Erzengel, der mit seiner Stimme dazu beiträgt, dass die Toten auferstehen und Johannes 5, Vers 25 macht deutlich, dass die Toten auferstehen werden in der Auferstehung, wenn Jesus sie ruft.
[23:57] Der Name Michael heißt so viel wie: Wer ist wie Gott? Und damit ist die Frage nach dem Wesen, nach dem Charakter Gottes gestellt. Wie ist Gott? Die Antwort gibt uns 1. Johannes 4, Vers 8: "Gott ist die Liebe." Und auch Maleachi 3, Vers 6: "Gott ändert sich nicht." Das ist immer derselbe, ausgedrückt als sein Gesetz, das Gesetz der Liebe Gottes. Römer 13, Vers 10 sagt: "Wer liebt, hat das Gesetz erfüllt." Und Jesus macht deutlich, dass wenn wir immer lieben und vor allem alle lieben, ohne Abstriche, dann haben wir genau den Charakter Gottes. Dann sind wir vollkommen, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist.
[24:36] Gegen diesen Charakter Gottes, gegen seine Liebe, gegen seine Beständigkeit, ja gegen sein Gesetz, hat offensichtlich der Satan, der Drache, Krieg geführt. Das sollte uns im Hinterkopf bleiben, denn das zeigt uns, dass in diesem großen Kampf es um das Gesetz Gottes und um den Charakter Gottes geht.
[24:58] Die Entstehung des Satans finden wir in Hesekiel 28 und dort ab Vers 12. Dort wird von einem Engel gesprochen, einem schirmenden Cherub, der perfekt geschaffen worden war von Gott. Hesekiel 28 und dort ab Vers 12: "Menschensohn, stimme ein Klagelied an über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht Gott, der Herr: O du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit."
[25:26] Satan versteckt sich stets hinter anderen. Er versteckte sich hinter der Schlange, er versteckte sich hinter dem Bild des Drachen, er ist versteckt hinter dem König von Babylon in Jesaja 12, das werden wir gleich noch lesen, er ist versteckt, Verzeihung, Jesaja 14, versteckt sich hinter dem Petrus. Der Satan, der sich selbst erhöhen möchte, muss immer sich vor anderen verstecken und geheim agieren und das zeigt eigentlich die Schizophrenie seines ganzen Vorhabens.
[25:57] Interessant ist, dass Gott hier ein Klagelied über den Fall des Satans anstimmt. Gott ist von Herzen traurig über den Fall seines geliebten Geschöpfs. Es heißt hier weiter: "So spricht Gott, der Herr: O du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit. In Eden, im Garten Gottes, warst du, mit allerlei Edelsteinen warst du bedeckt: Sardis, Topas, Diamant, Chrysolith, Onyx, Jaspis, Saphir, Karfunkel, Smaragd und mit Gold. Deine kunstvoll hergestellten Tambourine und Flöten waren bei dir. Am Tag deiner Erschaffung wurden sie bereitet." Er war geschaffen von Gott, er war perfekt, er war weise und er war das Siegel der Vollendung. Mit anderen Worten, man konnte nicht mehr dazu tun, als Gott schon getan hatte.
[26:45] Vers 14: "Du warst ein gesalbter, schützender Cherub. Ja, ich hatte dich dazu eingesetzt. Du warst auf dem heiligen Berg Gottes und du wandeltest mitten unter den feurigen Steinen." Er war einer derjenigen, die direkt am Thron Gottes standen. Wenn man das vergleicht mit 2. Mose 25, wo deutlich wird, dass die schirmenden Cherubim direkt am Thron Gottes an der Bundeslade sind, auf die Bundeslade schauen, wo das Zeugnis, das Gesetz Gottes sich befindet.
[27:15] Und er war dieser perfekte Engel, bis, wie es hier heißt in Vers 15: "Du warst vollkommen in deinen Wegen vom Tag deiner Erschaffung an, bis Sünde in dir gefunden wurde. Er erfand die Sünde ohne Not." Sünde ist definiert in 1. Johannes 3, Vers 4 als Gesetzlosigkeit. Wir lesen in 1. Johannes 3 und dort Vers 4: "Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit."
[27:48] Satan hatte angefangen, an der vollständigen Liebe Gottes zu zweifeln. Er hatte angefangen, ohne jeglichen Grund, sich die Frage zu stellen, ob Gott immer die Liebe ist, ob man seinem Gesetz wirklich volles Vertrauen schenken kann. Und er hat damit diesen Gedanken der Sünde erfunden, gepflegt, kultiviert, ausgelebt und dann weiter verbreitet.
[28:14] In Jesaja 12 finden wir dann diese Idee, die der Satan entwickelte, der jetzt aus Luzifer, dem Lichtträger, dem Sohn der Morgenröte zum Feind, zum Satan wurde, zum Durcheinanderwerfer, zum Diabolos, zum Teufel. Vers 12: "Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte? Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen?"
[28:36] Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Hier bekommen wir einen Einblick in das Denken des Satans im Himmel. "Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen." "Ich, ich, ich." Hinauf, hinauf, hinauf. Das war die Agenda des Satans, als er Satan war, als er zum Feind wurde.
[29:01] Und das steht im scharfen Kontrast zu dem Grundsatz Gottes. Gott ist die Liebe und über die Liebe heißt es in 1. Korinther 13 und dort Vers 3 und 4: "Die Liebe ist langmütig, gütig. Die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie ist unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu." Die Liebe sucht nicht das Eigene. Aber Satan, der ehemals Lucifer, suchte das Eigene, er suchte sich selbst zu erhöhen und stand damit in direktem Gegensatz zur Liebe, die das Fundament der Regierung Gottes ist und damit im direkten Gegensatz zum Gesetz Gottes, das er jetzt übertraf. Und deswegen wird gesagt, dass die Sünde Gesetzlosigkeit ist.
[29:57] Im Gegensatz dazu finden wir den Charakter Jesu als das genaue Gegenteil in Philipper 2, Vers 5 bis 8 beschrieben. Dort lernen wir über Jesus. Philipper 2, Vers 5 bis 8: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz."
[30:34] Während Satan sich selbst erhöhen wollte und immer nur an sich selbst dachte, dachte Jesus immer nur aus Liebe an andere und war bereit, den unteren Weg zu gehen, war bereit, selbst Sünden, die er nicht begangen hatte, auf sich zu nehmen. Er war bereit, sich erniedrigen zu lassen, bis er am Kreuz von Golgatha für deine Sünde und für meine Sünde starb.
[30:54] Darin offenbarte Gott seine unveränderliche Liebe, die durch nichts ausgelöscht werden kann. Diese beiden Prinzipien, das Prinzip, das Jesus verkörpert, das Prinzip Gottes, das die Grundlage seiner Regierung ist, die unveränderliche Liebe, das Prinzip der Selbsterhöhung, das mit Lügen und mit Tricks versucht, einen Vorteil vor anderen zu bekommen. Diese beiden Prinzipien sind unversöhnlich, sie stehen unvereinbar nebeneinander, sie stehen im Konflikt miteinander und es gibt keinen Kompromiss zwischen ihnen.
[31:28] Deswegen kam es zum Kampf, zum Krieg, zur Auseinandersetzung in Offenbarung 12 im Himmel, noch vor der Schöpfung. Wie wir dort gelesen haben, waren die Engel gespalten. Wie wir in Vers 4 gelesen haben, war jeder dritte Engel aufgrund der feinen Lügen, der sehr subtil gesponnenen Argumente des Satans bereit, dem Satan mehr zu glauben als Gott.
[31:55] Wie oft geschieht es dann uns, dass wir den feinen und subtil gesponnenen Lügen Satans mehr glauben, als dem klaren, unmissverständlichen Wort Gottes? Wenn ein Drittel aller ungefallenen Engel auf den Satan hereingefallen ist, als der noch ganz am Anfang seines Wirkens war, dann müssen wir alle verstehen, dass wir ohne Jesus und ohne den Heiligen Geist, nach mehreren tausend Jahren großen Kampf, allein aus eigener Kraft, wo wir schon gefallene Menschen sind, die schon viel gesündigt haben, nicht den Hauch einer Chance gegen den Satan haben. Wir brauchen Jesus auf ganzer Linie. Ohne den Heiligen Geist könnten wir nicht einen einzigen Schritt in die richtige Richtung machen.
[32:52] Vers 8, zurück zum Kampf im Himmel: "Aber sie siegten nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr im Himmel gefunden." Satan und die gefallenen Engel wurden aus der Gegenwart Gottes entfernt. Das war noch vor der Schöpfung.
[33:01] Und Vers 9 heißt es jetzt: "Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange (Bezug nehmend auf 1. Mose 3), die genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt. Er wurde auf die Erde hinabgeworfen, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen."
[33:22] Manche fragen sich, warum wurde auf die Erde geworfen? Der Punkt ist, er hat die ganze Erde verführt, als er Eva verführte und dann Eva benutzte, um Adam ebenfalls zur Sünde zu bringen, so wie das in 1. Mose 3, Vers 1 bis 6 beschrieben wird. Es gelang dem Satan, den Planeten Erde auf seine Seite zu ziehen. Er hätte das auch mit anderen Planeten tun können, aber dort blieben die Bewohner, die ungefallenen Bewohner anderer Planeten, in ihrer Loyalität zu Gott. Und nur diese Welt hat sich auf die Seite Satans geschlagen.
[33:57] Interessant ist allerdings auch, dass nach Hiob 1 es dem Satan, auch nach seinem Herauswurf aus dem Himmel, aufgrund der Tatsache wohl, dass er den Menschen auf seine Seite gezogen hatte, zunächst einmal erlaubt war, in dem Himmel immer wieder aufzutreten. Im ersten Kapitel von Hiob 1 finden wir, Vers 6 und 7, den Satan, wie er sagt, dass er vom Umherstreifen der Erde kommt, um wohl, so müssen wir annehmen, den Planeten Erde, den rebellischen Planeten Erde im himmlischen Rat zu vertreten.
[34:26] Interessant ist, dass er dort die wahren Nachfolger Jesu anklagt, in dem Fall Hiob. In Hiob 1 und dort Vers 8 lesen wir: "Da sprach der Herr zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet?" Nach Offenbarung 12 Sprache ist das jemand, der zur Frau gehörte, der zu Israel gehört, obwohl er gar kein ethnischer Israelit ist. "Denn seinesgleichen gibt es nicht auf Erden: einen so untadeligen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet." Er lebt aus 1. Mose 3, Vers 15. Der Satan aber antwortete dem Herrn und sprach: "Ist Hiob umsonst gottesfürchtig?" Und dann geht es so weiter und er klagt den Hiob an. Das wird gleich noch sehr wichtig für die nächsten Verse.
[35:15] Zwischen Vers 9 und Vers 10 folgen jetzt chronologisch gesehen die Verse 1 bis 5 von Kapitel 12. Jetzt, nachdem der Satan hinabgeworfen worden ist, nachdem er die Menschheit verführt hat, jetzt verkündigt Gott das Evangelium, die Gemeinde Gottes entsteht, die auf das Evangelium sich beruft, die Frau entsteht, ihre ersten beiden Mitglieder sind Adam und Eva, sie sind das geistliche Israel, nachdem sie sich bekehrt haben unter die Erlösung, die Jesus ihnen angeboten hat, Glauben an seinen späteren Tod angenommen haben.
[35:56] Und dann kommt Vers 10, sozusagen als der Vers, der dann wieder mit Vers 5 korreliert. "Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist gekommen das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Herrschaft seines Christus, denn hinabgestürzt wurde der Verkläger unserer Brüder, der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht."
[36:25] Der Satan wird jetzt völlig aus dem Himmel herabgestürzt, er kann nicht mehr das tun, was er noch zur Zeit von Hiob getan hat. Und warum das so ist, erklärt uns Johannes 12, Vers 31 bis 33. Jesus sagt hier: "Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt, nun wird der Fürst dieser Welt (also die Welt vertreten hat) hinausgeworfen werden aus dem Himmel. Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen." Das sagte er aber, um anzudeuten, durch welchen Tod er sterben würde.
[37:02] Dieser Sieg über den Satan ist Jesu Tod am Kreuz. Am Kreuz von Golgatha hat Jesus den entscheidenden Sieg über den Teufel errungen, so sagt es Hebräer 2. Und dort Vers 14 zum Beispiel, dort lesen wir Hebräer 2, Vers 14: "Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichermaßen teilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel." Durch seinen Tod hat er den Teufel besiegt.
[37:37] Und aufgrund seines Todes ist Jesus jetzt der Fürsprecher für die Menschheit. Er vertritt den Planeten Erde. 1. Johannes 2, Vers 1 sagt, dass er unser Fürsprecher ist. Hebräer 8, Vers 1 und Hebräer 4, Vers 14 sagen, dass er unser Hoher Priester ist, zur Rechten Gottes. Und so ja auch in Offenbarung 5 haben wir auch schon darüber gesprochen, dass dort deutlich wird, dass Jesus diese Erde erworben hat durch sein Blut und er sie dann auch, so sagt es Offenbarung 21, neu schaffen wird.
[38:08] Das Heil, von dem hier die Rede ist in Offenbarung 12, Vers 10, das ist die Erlösung. Das ist die Verheißung seit 1. Mose 3, Vers 15, die jetzt durch das Kreuz Jesu zu einer juristischen Realität geworden ist. Bis zu dem Zeitpunkt war es ein Versprechen, eine Verheißung, von der Gott sich selbst verbürgt hat, mit seinem eigenen Namen, der bei sich selbst geschworen hat, dass er es tun wird. Jetzt ist es Realität geworden. Der Preis ist bezahlt. 1. Petrus 1, Vers 18, 19, wir sind durch das Blut Jesu erkauft worden. Der Sieg ist errungen.
[38:35] Dadurch wird Vers 10 zum zentralen Vers dieses ganzen Kapitels. Vers 11: "Und sie (das sind die Brüder, die Gläubigen) haben ihn überwunden um das Blut des Lammes und um das Wort ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod."
[38:54] Die Gläubigen können das Blut Jesu persönlich anwenden. Diese Idee des Blutes des Lammes, das kommt von Jesaja 53, wo der Messias dargestellt wird als das Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird für meine und für deine Sünden. Er hat sie auf sich genommen, ist für uns gestorben. Johannes der Täufer ruft in Johannes 1, Vers 29: "Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt."
[39:22] Und in Römer 16 wird deutlich, dass das, was 1. Mose 3, Vers 15 verheißen hatte, im Leben eines jeden Gläubigen Realität werden kann. Römer 16, Vers 20: "Der Gott des Friedens aber wird in kurzem den Satan unter euren Füßen zermalmen. Die Gnade eures Herrn Jesus Christus sei mit euch. Amen."
[39:46] Interessant ist, dass nicht nur das Blut selbst da sein muss, sondern auch ein Bekenntnis des Gläubigen zum Blut, so wie die Israeliten das Blut des Lammes an die Türpfosten streichen mussten, als Zeichen der Freiheit. In 2. Mose 12, als sie aus Ägypten befreit wurden durch die mächtige Hand Gottes, so müssen auch Gläubige ihren Glauben an das versöhnende Blut Jesu öffentlich bekennen.
[40:14] Matthäus 10, und dort Vers 32 und 33, dort heißt es: "Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen von meinem Vater im Himmel. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen von meinem Vater im Himmel."
[40:39] Wann spricht das Blut Jesu für uns, wenn wir es persönlich annehmen, und zwar aus voller Überzeugung, wenn wir dazu stehen? Wie weit soll unser Zeugnis gehen? In wie vielen Fällen sollen wir die Gnade und die Liebe und die Güte Gottes bezeugen, die sich am Kreuz offenbart? Der Vers sagt: bis zum Tod.
[41:04] Märtyrer sind Zeugen, das ist das Wort, was Märtyrer eigentlich bedeutet. Ein Märtyrer ist ein Zeugnis. Sie beweisen dadurch, dass sie bereit sind, lieber zu sterben, als Gott abzusagen, dass die Liebe Gottes und das ewige Leben von unschätzbarem Wert sind, die man mit nichts anderem aufwiegen kann.
[41:23] Vers 12: "Darum seid fröhlich, ihr Himmel und die ihr daran wohnt! Wehe denen, die auf der Erde wohnen und auf dem Meer, denn der Teufel ist euch abgekommen und hat einen großen Zorn, da er weiß, dass er nur wenig Zeit hat."
[41:34] Das Kreuz war die Todesglocke für den Satan. Er wusste, er hat jetzt keinen Zutritt mehr zum Himmel, denn jetzt waren die letzten Fragen beseitigt. Kein Engel zweifelte auch nur einen Hauch noch an dem, was Gott über sich selbst gesagt hatte. Satan war als Lügner und als Mörder demaskiert. Er hatte keine Wirkungsmöglichkeit mehr im Himmel und jeder im Himmel wusste jetzt, wer im großen Kampf Recht hat. Nur noch auf der Erde kann Satan wirken, weil es hier noch genügend Menschen gibt, die ihm zuhören und er weiß, die Zeit rennt ihm davon.
[42:17] Er begann dann sehr schnell, da er Jesus nicht habhaft werden konnte, sich der Frau zuzuwenden und schon bald sehen wir, wie Christen blutig verfolgt werden in den Jahrzehnten und auch den ersten Jahrhunderten nach dem Kommen Jesu.
[42:29] Aber dann kommen wir zu Vers 14 und das heißt: Festzeichnung Vers 13, Offenbarung 12, Vers 13: "Als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte." Warum kämpft Satan gegen die Gemeinde? Es ist sein indirekter Kampf gegen Jesus. Als Saulus auf dem Weg nach Damaskus war, wird er von Jesus angehalten. Saulus hatte vor, die Gemeinde zu verfolgen, aber Jesus fragt ihn: "Warum verfolgst du mich?" Der Satan weiß ganz genau, dass er Jesus wehtun kann, wenn er die Gemeinde schädigt, wenn er ihr wehtut, wenn er sie quält, wenn er sie verfolgt. Jeder, der der Gemeinde Schaden zufügt, fügt Jesus Schaden zu und kämpft, wissentlich oder unwissentlich, für den Satan.
[43:19] Vers 14: Hier sind wir jetzt wieder in unseren beiden parallelen Linien an einem Punkt, wo man eine Parallele ziehen kann, wo man sieht, wie die beiden Linien zusammenhängen. Vers 14 ist dieselbe Geschichte wie Vers 6. "Und es wurden der Frau zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste fliegen kann, an ihren Ort, wo sie ernährt wird, eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit fern von dem Angesicht der Schlange." Das ist dieselbe Geschichte wie in Vers 6 und deswegen wissen wir und können beweisen, dass die dreieinhalb Zeiten tatsächlich 1260 Jahre sind und deswegen auch in Daniel 7, Vers 25, wo diese Formulierung ja kommt und auch in Daniel 12, Vers 7, dort 1260 Jahre gemeint sind.
[44:06] Der Drache ist noch immer Satan, er benutzt jetzt allerdings nicht mehr das imperiale, das heidnische Rom, sondern das päpstliche Rom, so wie auch in Daniel 8 das kleine Horn erst eine heidnische imperiale Zeit hat und dann eine religiöse kirchenstaatliche Phase.
[44:19] Vers 15: "Und die Schlange schleuderte aus ihrem Maul der Frau Wasser nach, wie einen Strom, damit sie von dem Strom fortgerissen würde." Wasser sind nach Offenbarung 17, Vers 15 Völkermassen, die dort im Kontext sogar eigentlich insbesondere die abgefallene Kirche, die Hure Babylon, unterstützen und mithilfe dieser europäischen Völker sollen die Ketzer ausgerottet werden, wie sie genannt wurden, die wahren Gläubigen.
[44:46] Und das führt zur Entwicklung in Vers 16: "Und die Erde half der Frau, und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Maul geschleudert hatte." Viele Gläubige wurden durch Gottes Vorsehung aus Europa weggeführt, viele Protestanten fanden zum Beispiel in Amerika eine neue Heimat und wenn man dann schon so ein bisschen die Symbolik von Wasser und Erde in Offenbarung 13 im Kopf hat, wo also das erste Tier aus dem Wasser kommt und das zweite Tier aus der Erde, dann fällt es nicht schwer hier schon auch einen Bezug zu sehen darauf, dass viele der wahrhaft Gläubigen der Protestanten damals nach Amerika ausgewandert sind.
[45:26] Vers 17: "Und das ist vielleicht einer der wichtigsten Verse auch für uns in dieser Zeit. Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben."
[45:47] Es ist derselbe Krieg und das ist sehr wichtig zu wissen, es ist derselbe Krieg, den er schon in Vers 7 geführt hat. Er führt Krieg in Vers 7 gegen Jesus und die Engel, die loyal zu Jesus stehen. In Vers 17 führt er Krieg gegen die Gläubigen, die nach wie vor loyal zu Jesus und zu seinem Gesetz stehen.
[46:04] Wer sind die Übrigen? Die Idee der Übrigen ist eine Idee, die aus dem Alten Testament kommt. Dort waren die Israeliten im babylonischen Exil und die, die übrig geblieben waren, die bereit waren, dann Babylon später wieder zu verlassen und wieder zurück nach Israel zu kommen, sich dort zu sammeln in einer Sammlungsbewegung, das waren die Übrigen, die nach allgemeinem Abfall und allgemeiner Zerstreuung bereit waren, dem Wort Gottes zu folgen und sich mit prophetischer Wahrheit auseinanderzusetzen und sich der Sammlungsbewegung anzuschließen.
[46:39] In Römer 11 sehen wir, dass das Konzept der Übrigen in dieser Form auch auf das Christentum zutraf, als es nach dem Kommen Jesu, seinem Tod, seiner Auferstehung sich dann ausbreitete. In Römer 11 diskutiert ja Paulus die Frage, wer jetzt eigentlich das wahre Israel ist und sein Punkt ist, dass die Christen eigentlich nichts weiter als die Übrigen des Volkes Israel sind.
[47:04] In Römer 11 und dort lesen wir in Vers 1 und 2: "Ich frage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelite aus dem Samen Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. Paulus sagt: Ich bin ja ein Israelit. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zu ersehen hat." Oder wisst ihr nicht, was die Schrift bei Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel auftritt und spricht: "Herr, sie haben deine Propheten getötet, deine Altäre zerstört, ich bin allein übrig geblieben und sie trachten mir nach dem Leben." Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? "Ich habe mir 7000 Männer übrig bleiben lassen, deren Knie nicht gebeugt haben vor Baal."
[47:41] So nun ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Überrest vorhanden aufgrund der Gnadenwahl. Es gibt Übrige, die treu zu Gott stehen. So wie damals aus dem gesamten Volk Gottes eine kleine Gruppe wirklich Gott folgte, so zur Zeit von Paulus. Aus all denen, die sich Juden nannten und Israeliten nannten, gab es nur einige, die tatsächlich das taten, was Israel ausmachte, die ihr Leben Gott übergaben, die an die Verheißung des Messias glaubten, den Messias angenommen hatten und die deswegen die Übrigen waren. Und es heißt hier weiter in Vers 5: "So ist auch den jetzigen Überrest vorhanden aufgrund der Gnadenwahl." Vers 7: "Wie nun, was Israel sucht, das hat es nicht erlangt, die Auswahl, also die Übrigen in dem Sinne, hat es erlangt, die Übrigen im Sinne von alle anderen, dagegen wurden verstockt."
[48:25] Das gleiche passiert auch in der Adventbewegung, die interessanterweise auch im Kontext von Vers 16 auf dem Banken 12 in den USA entstanden ist. Die Adventbewegung, die Adventgemeinde ist genau die Gruppe von Menschen, die weiterhin an dem Gesetz Gottes und an dem Glauben Jesu festhält, wie er sich in der Bibel offenbart, auch wenn ein Großteil der restlichen Christenheit zerstreut ist durch Irrlehre und Spaltung.
[49:05] Der Same, von dem es heißt, die Übrigen von ihrem Samen, bezieht sich auf all die Nachkommen, all die Brüder Jesu. Jesus spricht davon, dass alle, die seinen Willen tun, sind seine Brüder und seine Schwestern und es heißt, er schämt sich nicht, unser Bruder genannt zu werden. Wenn wir in Vers 5 nochmal denken, dann war er ja das Kind der Frau, aber diese Frau hat noch viele andere Kinder, viele andere gehören zu Israel. Jesus ist ihr ältester Bruder. Mit anderen Worten, dieser Same beschreibt alle Menschen, die sagen können: Der Messias ist mein ältester Bruder.
[49:39] Und am Ende gibt es noch einige von denen, die tatsächlich ihren ältesten Bruder als himmlischen Hohen Priester annehmen und die für sein Gesetz einstehen. Wir haben ja gesehen, dass der Satan im Himmel gegen Gottes Gesetz gekämpft hat und deswegen kämpft er jetzt gegen diejenigen, die die Gebote Gottes hochhalten. Er kämpft gegen die Heiligen, die durch den Glauben an Jesus standhaft die Gebote Gottes halten und an ihnen festhalten, so wie es Offenbarung 14, Vers 12 sagt.
[50:13] Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen. Hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren. Deswegen sollten wir niemals auch nur den geringsten Eindruck hinterlassen, dass man Gottes Gebote nicht halten kann, denn um genau diese Frage geht es im großen Kampf.
[50:35] Weiter heißt es hier in Offenbarung 12, Vers 17, dass ein Kennzeichen dieser Übrigen, der sogenannte Geist, das Zeugnis Jesu, Verzeihung, und das wird uns erklärt in Offenbarung 19, Vers 10. Dort heißt es: "Und ich fiel vor seinen Füßen nieder, um ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Sieh dich vor, tue es nicht! Ich bin dein Mitknecht und der deiner Brüder, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an, denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung."
[51:01] Wir glauben, dass sich diese Prophezeiung hier in Offenbarung 12, Vers 17 erfüllt hat im Leben und Wirken von Ellen G. White, die der Adventbewegung durch ihren prophetischen Dienst geholfen hat, die erkannten biblischen Wahrheiten zu festigen und bei ihnen zu bleiben, nicht wieder aufzugeben, nur weil Leute sie angegriffen haben. Außerdem hat sie der Adventbewegung geholfen durch ihre vielen Schriften über den verbesserten Lebenswandel und auch durch die vielen klaren, pointierten Zeugnisse gegen spezifische Sünden. Sie hat dadurch der Adventbewegung sehr geholfen, Gott wirklich treu nachzufolgen und seinen Willen immer besser zu verstehen.
[51:42] Deswegen kämpft der Satan gegen Ellen G. Whites Schriften, weil er gegen Jesus kämpft, der durch ihre Schriften zu seinem Volk spricht. Jeder Angriff auf das Schrifttum von Ellen G. White ist letztlich eine Attacke Satans.
[51:59] Vers 18 lesen wir dann: "Und ich stellte mich auf den Sand des Meeres." Und damit übergehen wir dann schon über in Kapitel 13, dass wir das nächste Mal ausführlich besprechen werden und das erste und zweite Tier anschauen werden.
[52:19] Für heute wollen wir uns diese Frage stellen: Möchtest du dich von ganzem Herzen auf die Seite des Siegers stellen, auf die Seite von Jesus Christus und ihm erlauben, dich täglich mit seinem Heiligen Geist zu erfüllen, dass du wirklich ein echtes Mitglied dieses geistlichen Israels bist, dass in deinem Leben sichtbar wird, dass Gott recht hat und nicht der Satan und dass du die Gebote Gottes hältst aus Liebe, aus echter Dankbarkeit für die Erlösung, die Jesus am Kreuz von Golgatha erworben hat, für mich und für dich, was das Zentrum dieser Prophezeiung ist.
[52:49] Jesus ist der Sieger und er möchte, dass wir durch unser Bekenntnis seiner Liebe und seiner Güte und durch unsere Dankbarkeit und unseren Gehorsam deutlich machen, dass wir ihn auch für den Sieger halten. Ist das dein Wunsch, lieber Freund, liebe Freundin? Gott segne dich in deiner Entscheidung. Nächste Woche werden wir wie gesagt weiter studieren. Bis dahin wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude beim Studium seines prophetischen Wortes. Amen.